Mittwoch, 28. August 2013

Rezension: Silber - Das erste Buch der Träume - Kerstin Gier


Ein paar Infos rund ums Buch


Erscheinungsdatum: 18. Juni 2013
Verlag: FISCHER FJB
Seitenzahl: 416
Gebunden: 18,99€
kindle Edition: 16,99€
Ungekürztes Hörbuch: 16,99€
Erster Band einer Trilogie, deren weitere Bände vermutlich „Silber – Das zweite Buch der Träume“ und „Silber – Das dritte Buch der Träume“ heißen werden. ;)
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Klappentext & Inhalt


Zögernd sah ich mich um. Ich war in einem Korridor gelandet, einem schier unendlich langen, mit zahllosen Türen rechts und links. Die Tür, durch die ich gekommen war, hatte einen Anstrich in sattem Grün, dunkle, altmodische Metallbeschläge, einen Brieschlitz aus dem gleichen Material und einen hübschen Messing-Türknauf in Form einer gekrümmten Eidechse.
Plötzlich war mir sonnenklar: Wenn ich wissen wollte, was es mit diesen rätselhaften Träumen auf sich hatte, dann musste ich sie öffnen. Und hindurchgehen.
Wenn ich den Mut dazu hatte.
Geheimnisvolle Türen mit Eidechsenknäufen, sprechende Steinfiguren und ein wildgewordenes Kindermädchen mit einem Beil … Liv Silbers Träume sind in der letzten Zeit ziemlich unheimlich. Besonders einer von ihnen beschäftigt sie sehr. In diesem Traum war sie auf einem Friedhof, bei Nacht, und hat vier Jungs bei einem düsteren magischen Ritual beobachtet. Zumindest die Jungs stellen aber eine ganz reale Verbindung zu Livs Leben dar, denn Grayson und seine drei besten Freunde gibt es wirklich. Seit kurzem geht Liv auf dieselbe Schule wie die vier. Eigentlich sind sie ganz nett. Wirklich unheimlich – noch viel unheimlicher als jeder Friedhof bei Nacht – ist jedoch, dass die Jungs Dinge über sie wissen, die sie tagsüber nie preisgegeben hat – wohl aber im Traum. Kann das wirklich sein? Wie sie das hinbekommen, ist ihr absolut rätselhaft, aber einem guten Rätsel konnte Liv noch nie widerstehen …
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Zur Aufmachung des Buches


Das Buch ist sowohl vom Cover als auch von den Illustrationen, bzw. Zeichnungen im Buch selbst eindeutig mit sehr viele Liebe und Detailverliebtheit gestaltet worden. Das Cover, auch wenn das Auge bei längerem Betrachten einen leichten Verfolgungswahn auslösen könnte ;-), ist sehr detailreich gestaltet und zeigt viele Einzelheiten der Geschichte, sodass es richtig Spaß macht, während des Lesens noch einmal das Cover zu betrachten und zu erkennen, warum da jetzt zum Beispiel Schlüssel drauf sind. Das Cover ist wunderschön und was mit noch viel mehr gefällt ist, dass es absolut in Verbindung mit dem Inhalt des Buches steht und nicht wie andere Cover einfach das Bild einer Frau zirrt. Dass der Umschlag diesmal schwarz ist und nicht rosa, blau oder grün wirkt auch ein wenig unheimlich und erinnert an das Dunkel der Nacht, wenn man nun mal träumt. Und immer unheimlicher werden ja schließlich auch die Geschehnisse um Liv und die vier Jungs. Auch die Blumenranken am Anfang eines jeden Kapitels und zwischendurch auf den Seiten wirken sehr schön und auflockernd, sowie der an mehreren Stellen auftauchende Tittle-Tattle Blog, der sehr authentisch wie ein richtiger Internetblog aufgemacht und dargestellt ist. Ich war sehr überrascht von der schönen Aufmachung des Jugendbuchs. Da ich „Silber“ gebraucht gekauft habe, dachte ich zunächst, der Vorbesitzer hätte den Buchschnitt verunreinigt. xD Überhaupt wirkt das Cover wie direkt aus einem Traum entsprungen. Und der Vogel, der „Dream a little dream“ hinter sich herzieht (um sich damit ein Nest zu baeuen?) ist doch wirklich niedlich, oder?

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Meine Meinung zum Buch


Das Buch hat mich verzaubert, von der ersten Seite an in seine Welt entführt, mitgerissen und bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen.
Die Charaktere sind einfach zum Verlieben, Liv ist einer der besten weiblichen Hauptcharaktere, denen ich seit einigen Büchern über den Weg gelaufen bin. Sie ist sehr klug, selbstbewusst, schlagfertig, neugierig, nimmt kein Blatt vor den Mund, steht zu sich selbst und kann es nicht lassen, einem Geheimnis nicht auf den Grund zu gehen. Sie ist ein sehr liebenswerter und sympathischer Hauptcharakter, bei dem mir keine Eigenschaft negativ aufgestoßen ist. Ich kann sogar sehr gut verstehen, warum sie sich am Anfang weniger erwachsen  gegenüber ihrer Mutter verhält, als man es vielleicht erwarten würde. Und ihre Gründe dafür kann man doch auch wirklich gut nachvollziehen, oder?
Kerstin Giers humoristischer Schreibstil lässt Liv und die übrigen Charaktere so lebendig erscheinen, als würden sie direkt neben dir stehen. Die Dialoge und Livs Gedanken sind sehr amüsant und ich musste mehrere Male lauthals loslachen.
Auch die anderen Charaktere sind zum dir-ans-Herz-wachsen. Besonders Mia, Livs kleine Schwester, ist mir direkt ans Herz gewachsen. Gerne hätte ich auch so eine freche, kluge, witzige kleine Schwester, die Liv in ihren Charaktereigenschaften sehr ähnlich ist und nicht nur eine nette kleine Nebenfigur darstellt, sondern eine eigene Persönlichkeit besitzt.
Selbst Persephone, die am Anfang nicht sehr nett zu Liv ist, wird im Laufe des Buches sympathischer. Im Gegensatz zur Mutter, mit der bin ich nicht warm geworden, da ich den Eindruck hatte, dass sie ihre Bedürfnisse und Wünsche so dermaßen über die ihrer Kinder stellt, dass sie nicht einmal inne hält, um über ihre Kinder nachzudenken und darüber, ob ihre Entscheidungen auch für ihre Kinder richtig sind und welche Auswirkungen das auf ihre Kinder hat. Ich hatte den Eindruck, dass Lottie, das Kindermädchen, mehr Mutter für Liv und Mia ist, als Anna, die mehr über die Kinder ihres Freundes, als über ihre eigenen nachzudenken scheint. Das jedenfalls war mein Eindruck.
Einige Entscheidungen, die von der „Boygroup“ getroffen wurden, kamen mir lächerlich naiv vor, aber nun gut, ich habe sie hingenommen, da es ohne diese Entscheidungen die Geschichte nicht geben würde. Aber wirklich plausibel waren mir die Jungs nicht. Um ehrlich zu sein dachte ich manchmal „Was sind denn das für Spatzenhirne?“
Nun zur Liebesgeschichte, die, im Gegensatz zu der in „Rubinrot – Liebe geht durch alle Zeiten“, recht schnell in Fahrt kommt. Und anders als in diversen High School Settings haben wir hier keinen unerreichbaren Bad Boy, sondern eine Paarkonstellation, die man der Autorin ohne weiteres abkaufen kann. Sie wirkt sehr authentisch, glaubhaft, dem echten Leben entsprungen, denn die beiden teilen dieselben Interessen, harmonieren miteinander, lachen miteinander, kurz, sie haben das, was eine auf aufrichtiger Zuneigung basierende Beziehung ausmacht.
Es gibt auch eine Wende in der Geschichte, die das Ganze für mich noch mal interessanter gemacht hat. Und natürlich ist es so, dass Liv, wenn sie gewisse Dinge erfährt, schon so tief drinsteckt, dass sie nicht mehr zurück kann…
Etwas unbefriedigend ist, dass viele Fragen offen bleiben, aber da es sich um den ersten Band einer Trilogie handelt, war das wohl zu erwarten und ich gehe davon aus, dass die Fragen in den folgenden zwei Bänden beantwortet werden. Daher ist es zwar ein wenig störend, aber ich kann damit leben, denn so läuft es ja oft mit Trilogien und Reihen, sodass es für mich nicht wirklich überraschend war, dass nicht gleich im ersten Band alle Geheimnisse gelüftet und Fragen beantwortet werden.
Die Idee der Träume war für mich etwas vollkommen Neues und sehr interessant. Seit ich das Buch gelesen habe, denke ich mehr über meine Träume nach und darüber, was sie so zu bedeuten haben. ;)
So richtig gerockt hat mich der erste Band jedoch nicht, es ist also nicht so, dass ich, wie zum Beispiel bei Skulduggery Pleasant vollkommen ausflippe bis endlich der nächste Band draußen ist und sofort losstürzen muss, wenn das nächste Buch erscheint. Aber ich bin schon sehr gespannt, wie sich die Geschichte in Band 2 und 3 weiterentwickelt. Wobei ich noch interessierter daran bin, wer Secrecy ist. ;-) Sehr schön ist auch, dass „Silber – Das erste Buch der Träume“ stellenweise wie eine High School Geschichte anmutet (logisch bei Teenagern und dem stellenweisen Schauplatz High School), ohne allerdings die Amerikanischen Klischees zu erfüllen.
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Bewertung/Fazit


Sprache: 5/5
Unterhaltungswert, Faszination: 4/5
Nachdenklich gestimmt: 2/5
Überraschungswert, Einfallsreichtum: 4/5
Charaktere: 4/5
Länge, Schnelligkeit: 4/5
Illustrationen/Covergestaltung: 5/5
 
Insgesamt erhält „Silber – Das erste Buch der Träume“ 24 Punkte und die Schulnote 2 von mir.
Wer Kerstin Giers Edelsteintrilogie mochte, dem wird „Silber“ auch gefallen. Ein spannendes, fantasiereiches Abenteuer, das seine Leser zum Lachen bringt und leider viel zu schnell ausgelesen war, da der leichte und humorvolle Schreibstil die Seiten nur so vorbeifliegen lassen. Auch wer auf High School Storys steht, dem wird „Silber – Das erste Buch der Träume“ gefallen, denn der erste Teil mutet stellenweise sehr stark so an, ohne allerdings die Amerikanischen Klischees zu erfüllen. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung, weil ich schon gespannt bin, wie Livs Geschichte weitergeht und wie die Antworten auf die offenen Fragen lauten.

Montag, 26. August 2013

Rezension: Matched / Die Auswahl - Ally Condie


Ein paar Infos rund ums Buch

Englische Ausgabe: Matched

Erscheinungsdatum: 30. November 2010
Verlag: Dutton Juvenile
Seitenzahl: 384
Gebunden: 10,50€
Taschenbuch: 7,40€
kindle Edition: 4,49€
Hörbuch: 26,73€
Teil 1 einer Trilogie
Teil 2: Crossed
Teil 3: Reached
 
Deutsche Ausgabe: Cassia & Ky - Die Auswahl
Erscheinungsdatum:
Verlag: Fischer FJB / Fischer Taschenbuch
Seitenzahl: 464
Gebundene Ausgabe: bei Amazon nicht mehr erhältlich?, ansonsten aber 16,99€
Taschenbuch: 9,99€
kindle Edition: 9,99€
Hörbuch: 14,99€, Restexemplar, 14,85€ als gekürzter Hörbuchdownload
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Inhalt

„Das System“, die Regierung, bestimmt den Ablauf eines jeden Lebens seiner Bürger. Alles ist ganz genau geplant und Verhaltensweisen eines Menschen können sogar anhand von gesammelten Daten vorausgesagt werden. „Das System“ bestimmt, was wer isst, wann man Sport machen muss und wie viel man trainieren muss, um gesund und stark zu bleiben und ein langes Leben führen zu können. Es bestimmt darüber, wann du zu Hause sein musst und welchen Aktivitäten du in deiner Freizeit nachgehen darfst. Es teilt dir einen Beruf zu. Die Regierung sorgt dafür, dass du ein langes und gesundes Leben hast. Es entscheidet sogar, wann es an der Zeit für dich ist, zu sterben. Und um gesunde Nachkommen in diese Welt zu setzen, entscheidet das System, wen du lieben sollst.
Im Verlauf des Jahres, nachdem ein jugendlicher 17 Jahre alt wird, wird er während eines eigens zu diesem Zweck abgehaltenen Banketts auf einem großen Bildschirm den Menschen erblicken, der sein zukünftiger Ehepartner sein wird. Im Anschluss bekommt man einen Mikrochip ausgehändigt, auf dem sich Informationen über den Partner befinden.
Cassia ist 17 und fiebert diesem Ereignis seit Jahren entgegen. Die Freude ist groß, als beim Bankett bekannt wird, dass sie ihren besten Freund Xander heiraten wird. Als sie jedoch die Informationen auf dem Mikrochip näher betrachten will, um festzustellen, ob es vielleicht doch noch die ein oder andere Sache gibt, die sie noch nicht über Xander weiß, ist sie geschockt: Das Bild von Xander wird von dem Bild eines Jungen überlagert – von Ky, einem Jungen, den Cassia ebenfalls aus Kindertagen kennt. War es ein Irrtum? Ist der Mikrochip defekt? Oder ist Xander doch nicht der Partner, der für sie bestimmt ist, sondern Ky?
Cassia beginnt, sich für Ky zu interessieren und wird immer kritischer dem System gegenüber, mit dem sie lebt. Ist es vielleicht doch möglich, selbst die Entscheidungen über sein Leben und die Liebe zu treffen?
 
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Meine Meinung zum Buch


Ich habe das Buch zweimal gelesen und beim zweiten Mal war ich weniger Begeistert als beim ersten Mal. Die Geschichte entwickelt sich zwar gut, denn Cassia macht eine Entwicklung durch, die von absoluter Akzeptanz und vollem Vertrauen in das System bis zu offener Kritik und Zweifeln am System geht. Jedoch vollzieht sich diese Entwicklung schleppend. Man liest das Buch und man liest und liest, aber nicht etwa, weil es so spannend ist, sondern weil man zu den Stellen kommen will, an denen endlich mal etwas passiert. Das Buch ist nicht spannend und fesselnd, dafür sind die Aspekte der distopischen Gesellschaft sehr interessant und der Leser macht dieselbe Entwicklung durch wie Cassia, den zunächst scheint es eine wirklich gute Sache zu sein, dass die Regierung mit der richtigen Anzahl Kalorien und einem an jeden Menschen angepassten Trainingsprogramm dafür sorgt, dass die Bürger lange und gesund leben, aber je weiter man in der Geschichte voranschreitet, desto kritischer wird nicht nur Cassia, sondern auch man selber. Wo bleibt da die Abwechslung, wenn man immer „das Richtige“ vorgesetzt bekommt? Wo bleibt die Entscheidungsfreiheit, nicht nur bei der Auswahl des Essens, sondern in allen Dingen? Und warum kontrollier die Regierung jeden noch so kleinen Schritt seiner Bevölkerung, wenn doch alles so perfekt ist? Im Verlauf der Geschichte zeigt sich mehr und mehr das wahre Gesicht des Systems und dass eben doch nicht alles so perfekt ist, wie es scheint und dass das System nicht unbedingt immer darauf aus ist, das Beste für die Bürger zu tun, sondern ganz schön perfide und manipulativ ist … Sehr interessant sind auch die 100 Bücher, Gedichte, Gemälde, … auf die das System alle Werke begrenzt hat. Was sind die Kriterien? Was ist schützens- und erhaltenswert? Für welche Bücher, Lieder, etc. würden wir uns entscheiden, wenn wir es müssten?
Die Sprache des Buchs ist simpel gehalten, leicht verständlich und einfach, was ja auch nicht schlecht ist, wenn man das Buch auf Englisch lesen will und sich seines Englisches etwas unsicher ist. Allerdings ist die Einfachheit auch in dem Sinne nachteilig, dass sie einen nicht flasht so wie bei anderen Autoren, bei denen man denkt, dass allein der Sprachgebrauch wunderschön und faszinierend ist. Daher wird man in „Matched“/“Die Auswahl“ auch nicht so hineingesaugt. Bei mir war es jedenfalls so, dass, auch wenn mir das Buch gut gefallen hat und ich auch die anderen Teile noch lesen möchte (auch in der Hoffnung, dass sie noch besser werden und die Autorin eine systematische Steigerung geplant hat), die Einfachheit der Sprache, die mir persönlich eher weniger gefällt, da ich lange, gerne auch mal verschachtelte Sätze beim Lesen sehr mag, aber das ist ja auch ein ganz persönliches Befinden, dazu geführt hat, dass eine Barriere zwischen dem Buch und mir entstanden ist und ich nicht wie bei anderen Geschichten mitten in der Geschichte war, als wäre in einer der Protagonisten. In Cassias Fall war ich wie eine Fremde, eine außenstehende, völlig unbeteiligte Person, die Cassias Schicksal nichts angeht, nicht interessiert und nur mal eben so davon hört.
Die Ereignisse in Cassias Leben, auch wenn sie absolut vorhersehbar gewesen sind, regen sehr zum Nachdenken an. Darüber, wie es wäre, in so einer Gesellschaft zu leben. Darüber, wie man selbst sich an Cassias oder Kys Stelle verhalten und entscheiden würde. Das hat mir beim Lesen noch mehr Spaß gemacht als das Lesen selbst.
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Cover


Das Cover lässt sich mit einem Wort beschreiben: passend. Es zeigt Cassia in dem Kleid, das sie am Abend des Banketts trägt und diese Farbe ist auch eine der drei Tabletten, die jeder mit sich trägt und die in der Gesellschaft eine ganz entscheidende Rolle spielen. Cassia ist in einer Kugel / Blase und auf mich wirkt es so, als wäre sie darin gefangen. Die Cover der Folgebände stellen ein fortgeführtes Muster dar und zwar das von Cassias Entwicklung: Sie bricht aus der Blase, in der sie vom System gefangen gehalten wird, aus.
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Bewertung/Fazit


Sprache: 3/5
Unterhaltungswert/Faszination: 1/5
Nachdenklich gestimmt: 3/4
Überraschungswert, Einfallsreichtum: 1/5
Charaktere: 4/5
Länge, Schnelligkeit: 2/5
Illustrationen/Covergestaltung: 4/5
Insgesamt bekommt „Matched“/ „Die Auswahl“ bei 18 Punkten eine 3 von mir.
Es handelt sich um keinen Einstiegsband, der einem vom Stuhl kickt, aber gewisse Aspekte regen sehr zum Nachdenken an und auch wenn die Geschichte im ersten Band noch nicht vor lauter Einfallsreichtum überquillt, ist zumindest Cassias Entwicklung, ihr Wandel, sehr gut nachgezeichnet und auch die Charaktere überzeugen. Die, die sich streng an die Regeln des Systems halten, aber auch die, die es nicht tun, die rebellieren und zum Beispiel auch Xander, der, ohne euch jetzt spoilern zu wollen, alles für Cassia tut, dessen Gefühle aufrichtig sind, auch wenn ich persönlich so wie sie sich ihm gegenüber benommen hat, nicht mehr so reagiert hätte.
Als Einstiegsband meiner Meinung nach etwas lasch, aber ich hoffe auf eine Steigerung bei den Folgebänden und dass der erste Band durch die Einführung in Cassias Welt, die einen Großteil des Buches ausmacht, etwas gelitten hat, was Faszination und Spannung betrifft.
 
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen dieses oder eines anderen Buches. :)

Samstag, 17. August 2013

Rezension: Splitter - Sebastian Fitzek

Ein paar Infos rund ums Buch

 
 
Erscheinungsdatum: Juni 2009
Verlag: Droemer
Seitenzahl: 384
Gebundene Ausgabe: 16,95
Taschenbuch: 9,99€
kindle Edition: 9,99€
Hörbuch: 16,99€
                                                                                                                                                                                   

Zum Inhalt des Buches

Marc Lucas, ein Jurist, der als Streetworker mit Problemkindern arbeitet, verlor sechs Wochen zuvor bei einem von ihm verschuldeten Autounfall seine im sechsten Monat schwangere Frau und das Kind. Sechs Wochen nach dem Unfall entdeckt er im „Spiegel“ eine Annonce einer psychiatrischen Klinik, die für das Memory-Experiment Probanden sucht. Erinnerungen, die man vergessen will, sollen aus dem Gedächtnis gelöscht werden. Er meldet sich auf diese Annonce, überlegt es sich aber anders und will nicht mehr an dem Experiment teilnehmen, lässt sich aber vom Klinikleiter breitschlagen, die Voruntersuchungen durchführen zu lassen.
Anschließend kehrt er nach Hause zurück, doch sein Schlüssel passt nicht mehr und auch sein Name steht nicht mehr am Klingelschild, sondern „Senner“, der Mädchenname seiner verstorbenen Frau Sandra. Er klingelt Sturm und klopft an die Tür, bis diese geöffnet wird. Und vor ihm steht seine schwangere Frau, die doch angeblich bei dem Unfall ums Leben gekommen ist. Sie allerdings sagt, sie könne sich nicht an ihn erinnern, kenne ihn nicht und lässt sich nicht von ihm überzeugen. Doch nicht nur das: Als Marc sich seine Medikamente holen will, die er wegen eines bei dem Unfall zugezogenen Splitters im Nacken einnehmen muss, sind seine Kreditkarten gesperrt, auch seine SIM-Karte wurde ausgetauscht/gelöscht und an seinem Büro trifft er auf einen Mann, der sagt, er kenne ihn nicht und es handle sich um SEIN Büro und nicht um das von Marc.
Marc begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit und zur Bleibtreuklinik, doch diese ist wie vom Erdboden verschwunden, es befindet sich dort nur eine Baugrube. Er trifft dort auf Emma Ludwig, die am Memory-Experiment teilnahm und glaubt, sie und Marc seien nun in Gefahr. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach der Wahrheit und gehen der Frage nach, ob Marc nun den Verstand verliert oder ob seine Frau Sandra und mit ihr der ungeborene Sohn vielleicht doch noch am Leben sind…
                                                                                                                                                                               

Meine Meinung zum Buch

Mich hat das Schicksal von Marc Lucas unheimlich berührt. Das ist der erste Psychothriller, bei dem ungefähr jedes Mal, wenn der Name „Sandra“ oder das Wort „schwanger“ oder „Baby“ aufgetaucht sind, die Tränen bei mir hochgekommen sind, so emotional ist das Ganze! Mich hat dieses Buch sehr nachdenklich gemacht und ich musste andauernd darüber nachdenken, wie es wäre, wenn ich den Menschen, den ich liebe auf dem Gewissen hätte oder wenn mich dieser Mensch plötzlich nicht mehr erkennen würde, sich nicht mehr an uns und unsere gemeinsame Zeit erinnern könnte oder wenn ich mich nicht mehr an die Hauptfigur in meinem Leben erinnern könnte. Das hat mich beim Lesen total fertig gemacht!
Und natürlich ist auch dieser Fitzek-Thriller wieder unglaublich spannend geschrieben und bei der angewandten Verwirrtaktik habe ich mich in ebenso viele „Verschwörungstheorien“ verstrickt wie Emma. Aber gegen Mitte des Buches, mit gewissen Informationen, die man beim Lesen erhält, bin ich zumindest einem Teil der Wahrheit auf die Schliche gekommen und die ist so dramatisch, dass es mich nur noch viel trauriger gemacht hat. Ich hatte, was den aus der Geschlossenen entlassenen Bruder Benny und die Vorgeschichte der ersten Schwangerschaft von Sandra betrifft, schon anfangs einen ganz starken Verdacht, der sich im Nachhinein, ich kleine Spürnase, bestätigt hat, wobei dieser Teil der Geschichte so traurig ist, dass es mir lieber gewesen wäre, mit meinen Verdächtigungen auf die Nase zu fliegen.
Ich habe das Buch in ca. 6 Stunden ausgelesen, es am Stück weggelesen, bis 5.36 morgens, weil ich unbedingt das Ende erfahren musste, „Splitter“ ist einfach zu spannend geschrieben, um es lange aus der Hand zu legen. Aber am Ende muss ich, weil ich das Schicksal der Figuren und das Ende der tragischen Geschichte so unendlich traurig finde, mich an die Worte von Professor Haberland erinnern: „Haben Sie jemals eine Geschichte gehört und sich danach gewünscht, Sie hätten das Ende nie erfahren? Sagen Sie nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt.“
Ja, ein kleiner Teil von mir wünscht sich, das Ende der Geschichte nie erfahren zu haben, bzw. die Geschichte aus den Erinnerungen zu löschen, ganz einfach aus dem Grund, weil mich die Geschichte und das Ende emotional so mitgenommen haben wie noch kein anderes. Nach Ende des Buches lag ich noch eine Stunde wach und hab mir den Kopf darüber zermartert, wie traurig und tragisch das alles ist und wie es mir in dieser Situation wohl ergangen wäre, wie ich handeln würde.
Gleichwohl ist „Splitter“ fesselnd, man will es einfach nicht aus der Hand legen und unbedingt das Ende erfahren, aber es ist wohl, meiner Meinung nach, auch der traurigste Fitzek-Thriller (derjenigen, die bis zu „Splitter“ erschienen sind) und dann vielleicht nicht unbedingt empfehlenswert für diejenigen, die sowas nicht mögen oder „nah am Wasser gebaut“ sind und sich von solchen Schicksalen selber sehr stark berühren lassen.
Ich kann nur noch einmal Haberland zitieren: „Haben Sie jemals eine Geschichte gehört und sich danach gewünscht, Sie hätten das Ende nie erfahren? Sagen Sie nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt.“
                                                                                                                                                                                   

 Bewertung/Fazit

Sprache: 5/5
Unterhaltungswert/Faszination: 4/5
Nachdenklich gestimmt: 5/5
Überrraschungswert/Einfallsreichtum:  5/5
Charaktere: 3/5
Länge/Schnelligkeit: 5/5
Illustrationen/Covergestaltung: 3/5
 
Insgesamt bekommt „Splitter“ 30 Punkte und somit die Schulnote 1.  J
 
Auch ein Jahr, nachdem ich diesen Psychothriller gelesen habe, kann ich mich noch sehr genau an den Inhalt erinnern und bin immer noch sehr erschüttert. Dieses Buch war der Grund, warum ich ein Jahr lang keinen weiteren Fitzek gelesen habe, bis vor kurzem wollte ich nie wieder eins seiner Bücher lesen, weil mich „Splitter“ so fertig gemacht hat und mich immer noch nicht kalt lässt. Das allein zeigt meiner Meinung nach, dass dieser Psychothriller herausragend und etwas ganz Besonderes ist. Sagt aber nicht, ich hätte euch nicht gewarnt … ;-)

Donnerstag, 8. August 2013

Rezension: Engel der Nacht - Becca Fitzpatrick


Ein paar Infos rund ums Buch
Deutsche Ausgabe
 




Erscheinungsdatum: August 2010
Verlag: PAGE & TURNER
Seitenzahl: 377
Taschenbuch: 9,99€
Kindle Edition: 3,99€ amazon, Stand Juli 2013
Teil 1 einer vierteiligen Reihe.
Teil 2: Bis das Feuer die Nacht erhellt
Teil 3: Rette mich
 
Englische Ausgabe:
Originaltitel: Hush, hush
Erscheinungsdatum: Oktober 2009
Verlag: Simon & Schuster, New York
Seitenzahl: ca. 400 Seiten, je nach Ausgabe
Gebundene Ausgabe: 10,40€ / 13,50€
Taschenbuch: 7,60€
Hörbuch gekürzt: 25,99€
Hörbuch ungekürzt: 31,99€
Teil 1 einer vierteiligen Reihe.
Teil 2: Crescendo
Teil 3: Silence
Teil 4: Finale
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Klappentext
Als Nora ihm zum ersten Mal begegnet, weiß sie gleich, dass seine tiefschwarzen Augen mehr verbergen als offenbaren: Patch wirkt geheimnisvoll, fast unheimlich auf sie und Nora ist zutiefst fasziniert von seiner rätselhaften Ausstrahlung. Doch zugleich macht Patch ihr auch Angst. Denn immer öfter hat sie das Gefühl, verfolgt zu werden, und sie wird den Verdacht nicht los, dass Patch etwas damit zu tun haben könnte. Irgendetwas scheint mit ihm nicht zu stimmen. Wo kommt er her, warum fühlt sie sich so sehr zu ihm hingezogen – und diese Narbe auf seinem Rücken, was hat sie zu bedeuten? Immer tiefer wird Nora verstrickt in Ereignisse, in denen Himmel und Hölle ganz nah beieinander liegen …
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Zum Cover und Titel
Das Cover ist wunderschön! Dieser Sturmverhangene Himmel,  durch den sich ein paar Sonnenstrahlen brechen wirkt düster und unheilverheißend. Zusammen mit dem Engel mit seinen schwarzen Flügeln und den schwarzen und roten Federn, die vom Himmel zu Boden schweben, haben wir ein sehr schönes, Interesse weckendes Cover, dass zumindest ich, da ich ja nicht für euch sprechen kann, in der Buchhandlung zur Hand genommen und näher betrachtet hätte.  (Hab ich aber nicht, da ich das Glück hatte, „Engel der Nacht“ im Gewinnspiel der lieben Lisa, lcamilleee auf Youtube gewonnen zu haben.) Der Titel „Engel der Nacht“ steht hervor *Fachbegriffmangel*, also, wenn man über das Buch streicht, spürt man die Buchstaben, ebenso wie den Namen der Autorin und den Engel mit seinen Flügeln. Dies fühlt sich an wie eine Art glatter Folie/Sticker, in Ermangelung eines besseren Vergleichs. ;-)
Der Titel klingt … Ja, wie klingt er? Geheimnisvoll, etwas bedrohlich, wenn man, wie ich, die Assoziation eines gefallenen, bösen Engels im Kopf hat. Harmoniert meiner Meinung nach hervorragend mit dem düster und bedrohlich wirkenden Cover.
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Inhalt und meine Meinung zum Buch
Nora ist 16 Jahre alt, ihr Vater ist tot und um das Haus zu halten ist ihre Mutter beruflich öfter auch über Nacht außer Haus. Nora hat damit kein Problem, sie ist eine vorbildliche Schülerin und Tochter und käme nicht auf die Idee, heimlich Partys zu schmeißen. Noras Leben verläuft ereignis- und problemlos. Bis zu dem Tag, an dem Patch, der neue Schüler ohne erkennbare Vergangenheit, zu ihrem neuen Biologiepartner auserkoren wird. Damit beginnen Noras Probleme und die Ereignisse in ihrem Leben überschlagen sich.
Der geheimnisvolle Patch bring Nora jeden Tag zur Weißglut, mit seiner Arroganz, seinem spöttischen Lächeln und mit seinem unheimlich detailgenauen Wissen über Nora, Dinge, die er als neuer Schüler, der sie doch gerade erst mal ein paar Tage kennt, unmöglich wissen kann. Nora und der Leser stellen sich immer wieder fünf Fragen: Wer ist Patch? Woher und wieso weiß Patch so viel über sie? Tut Patch nur so arrogant oder ist er wirklich so? Was hat Patch (mit Nora) vor?  Und, noch viel wichtiger: Kann Nora Patch vertrauen?
Die Beantwortung der ersten Frage fällt Nora gar nicht mal so leicht, denn Patch macht es ihr nicht leicht, an Informationen über ihn heranzukommen, Fragen über seine Vergangenheit weiht er aus und tendiert dazu, Nora mit Fragen über sie selbst oder Wissensschnipseln über sie aus dem Konzept zu bringen.
Eins haben Patch und Nora jedoch gemeinsam: ein (fast) identisches, seltsam aussehendes Muttermal an fast der gleichen Stelle…
Noch während sie sich völlig im Unklaren ist, was das zu bedeuten hat, was sie von Patch halten soll, sieht sie in der Nacht einen Schatten über ihren Fußboden huschen – einen Schatten, der physikalisch gesehen gar nicht hätte da sein können … Zudem taucht Patch überraschenderweise wie aus dem Nichts überall dort auf, wo sich Nora gerade befindet, so als sei er ein Stalker, wodurch sie sich immer unwohler in seiner Gegenwart fühlt. Doch es passieren noch mehr merkwürdige Dinge. Nora glaubt, verfolgt zu werden, und eines Nachts, als sie nach Hause fährt, läuft ihr ein Mann in einer Skimaske vors Auto, der sie dann auch noch angreift und schafft es gerade noch, ihm zu entkommen, nachdem dieser mal eben so die Faust durch das Fenster der Fahrerseite gerammt hat. War Patch der Typ in der Skimaske? Trotz der merkwürdigen Vorfälle und ihres Unwohlseins in seiner Nähe fühlt sich Nora doch immer mehr zu Patch hingezogen, doch kann sie ihm wirklich vertrauen? Sie möchte es, doch ihre beste Freundin Vee warnt sie vor Patch. Kann sie ihm vertrauen? Oder will Patch ihr Schaden zufügen?
WARNUNG! DIESES BUCH IST EIN ECHTER PAGE-TURNER!
Spannend, stellenweise verwirrend, fesselnd, an anderen Stellen frustrierend und unheimlich gut!
Dadurch, dass man nicht weiß, wer Patch ist, ob er der Gute oder der Böse ist sowie durch die erschreckenden und unheimlichen Dinge, die Nora geschehen, bleibt der Roman durchweg spannend. Hinterher, wenn man mehr weiß, wird es meiner Meinung nach etwas verwirrend, ich konnte oft nicht mehr nachvollziehen, was real war und was nicht, das hat zwar genervt, war jetzt aber nicht so dramatisch, da man dem Storyverlauf trotzdem folgen konnte, es ist jetzt also nicht so, dass man dann den Weitergang der Geschichte nicht verstehen würde, mitnichten. Wo wir schon beim Thema genervt sind: Vee.  Vee wie in „Wie kann man sich als beste Freundin nur so benehmen?“ Vee wurde zunehmend nerviger und unsympathischer. Und damit meine ich nicht, dass sie Patch erst hot fand und ihm dann partout nicht mehr über den Weg getraut hat und Nora immer wieder warnte und kein gutes Haar an ihm lies. Nein, das meine ich wirklich nicht, auch wenn es nervig ist, immer wieder dieselbe Schalplatte abzuspielen, denn eine gute Freundin spricht auch mal Warnungen aus, wenn man sie selber gar nicht hören will. Nein, was mich so genervt hat und was sie so unsympathisch macht, ist ihre Fixion auf Eliott, den Jungen, den sie und Nora kennen lernen und der einem je weitere die Geschichte voranschreitet, echte Angst einjagt. Gegen diesen Jungen will Vee dann natürlich, wie sollte es auch anders sein, nichts hören. Ihre Versuche, sein unangemessenes und ganz und gar unmögliches Verhalten zu rechtfertigen, lassen sie unsympathisch werden und nerven so sehr, dass man sie am liebsten knebeln würde. Nicht mal, als Nora Verdachtsmomente gegen Eliott findet, die dringend zu mehr Abstand zu diesem Kerl raten, will Vee nicht hören. Und das ist etwas, was ich unlogisch finde. Welcher „normale“ Mensch würde denn bitte nicht etwas auf Distanz gehen, wenn jemand der (einzige)Hauptverdächtige in einer polizeilichen Untersuchung gewesen ist? Nun, verknallte Teenager anscheinend nicht … -.-
Apropos nervig: Nora, Nora, Nora, du frustrierende Protagonistin, kannst du dich vielleicht mal entscheiden, was du willst? Und wenn du schon davon überzeugt bist, dass du dich von Patch fernhalten solltest, wieso steigst du dann zu ihm in den Wagen und suchst dauernd seine Nähe? Warum? Nora scheint hier die typisch im Widerspruch zueinander stehenden Teenagergefühle wieder zu spiegeln. Ihr widersprüchliches Verhalten hat mich an so mancher Stelle so frustriert, dass ich die Gute am liebsten geschüttelt und ihr mal gehörig die Meinung gegeigt hätte. Aber genau das ist für mich der Punkt gewesen, warum mir das Buch so gut gefallen hat. Man ist so in der Geschichte drin, dass man nicht nur mitfühlt, man möchte die Charaktere auch vor der nächsten Dummheit bewahren, wie in einem Film, wenn man denkt „Nein, geh nicht ins Haus, da ist doch vorhin der Mörder reingegangen, tu’s nicht!“.
Wer allerdings keine Ich-Perspektive mag, der sollte einen Bogen um dieses Buch machen (oder es trotzdem versuchen, denn es lohnt sich), da wir in Nora eine teilweise recht witzige und selbstironische Ich-Erzählerin haben.
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Bewertung/Fazit
Sprache: 5/5
Unterhaltungswert, Faszination: 4/5
Nachdenklich gestimmt: 1/5
Überraschungswert, Einfallsreichtum: 5/5
Charaktere: 3/5
Länge, Schnelligkeit: 4/5
Illustrationen/Covergestaltung: 3/5
Zusammen macht das 25 Punkte und ergibt bei mir eine 2. Wenn ihr lieber Herzen oder Sterne mögt, das wären 4 von 5. =)
Ein toller Einstieg für eine Reihe. Teil eins Hush, hush Saga bringt den Leser dazu, nach der letzten Seite „Mehr, mehr! Ich will mehr! Ich muss den nächsten Teil haben!“ zu schreien. Da auf deutsch bereits die ersten drei Teile und auf englisch alle vier Bände erschienen sind, sollte die Nachschubgeschaffung, bzw. SUchtstillung ja keine allzu große Hürde darstellen. ;)
Viel Spaß beim Lesen generell und mit diesem Buch =)! Falls ihr es schon gelesen habt, wie hat es euch gefallen?

neu vs. gebraucht

Hallo Freunde des geschriebenen Wortes!
Heute möchte ich mit euch über neue und gebrauchte Bücher sprechen. Jeder von uns „Buchsüchtigen“ kennt ihn, den Preis neuer Bücher. Je nach monatlichem Budget, das wir für unsere Sucht zur Verfügung stehen haben, sind nicht so viele Bücher drin, wie wir gerne hätten – jedenfalls nicht, wenn wir sie neu kaufen.
Was ist also die Alternative, um mehr Bücher aus unserem Budget herauszuschlagen? Richtig, Bücher gebraucht kaufen.
Ich mag gebrauchte Bücher. Zum Einen natürlich, weil sie um ein Vielfaches günstiger sind als dasselbe Buch neu gekauft. Zum Anderen habe ich so schon einige Bücher gefunden, die nicht mehr im Handel erhältlich sind.
Klingt doch gut, oder? Warum widme ich dieses Thema dann einen Blogpost, wenn doch mit diesen Zeilen bereits alles gesagt ist? Tja …
Ich will weiß Gott niemanden angreifen, aber mir ist etwas aufgefallen, was auch auf mich zutrifft: Das Gemeckere. Das Gemeckere über Bücher, die unter 5€ gekostet haben, teilweise als Hardcover ergattert werden konnten und … irgendeinen kleinen Mangel, einen kleinen Riss im Schutzumschlag, etwas Dreck am Buchschnitt durch die Lagerung oder etwas Anderes haben. Bei Taschenbüchern ist unser Beschwerdepunkt Nummer 1 die Leserillen. Warum beschweren wir uns über bei einem so geringen Preis über so unscheinbare Mängel? Ich kann euch darauf nicht DIE „richtige“ Antwort geben, aber ich kann ja mal Vermutungen anstellen und von mir selbst ausgehend sagen, dass wir, wenn wir bei Bestellungen Bücher dabei hatten, die wirklich wie neu aussahen, wohl solche Ergebnisse auch bei weiteren Bestellungen erwarten. Dass wir das von gebrauchten Büchern jedoch nicht erwarten können und meiner Meinung nach auch nicht dürfen, sollten wir uns immer wieder klar machen. Ich hatte natürlich auch schon ein paar Bücher dabei, die nicht so super aussahen, aber dann hab ich mich wieder daran erinnert, wie wenig ich doch für die Bücher bezahlt habe und solange das Buch heile ist und keine Seiten mit Tinte unleserlich gemacht sind, kann ich mit kleineren Mängeln wie Schmutz durch Lagerspuren leben. Natürlich ist es immer ärgerlich, wenn man mehr für ein Buch bezahlt und das sieht dann ramponierter aus als eines der günstigeren Bücher (hatte ich auch schon), aber wenn man ein Buch UNBEDINGT wie neu haben will, dann muss man es auch neu kaufen und den gesamten Preis auf den Ladentisch legen (insbesondere dann, wenn man ein Leserillen-Hasser ist).
Ich mag gebrauchte Bücher. Ich mag es, Geld zu sparen und somit noch mehr Bücher kaufen zu können, um meine Buchsucht zu stillen. Ich mag das Gefühl, den „verwaisten“ Büchern ein neues Zuhause in meinen Bücherregalen zu geben. Ich habe auch glücklicherweise kein zu großes  Problem mit Leserillen – bei 700 Seiten dicken Taschenbüchern sind die meiner Erfahrung nach auf kaum zu vermeiden. Ich habe ein pseudorecycling-Gefühl  und das fühlt sich alles insgesamt gut an.
Aber trotzdem kaufe ich noch Bücher bei amazon oder in der Buchhandlung.
Wieso?
Ganz einfach …
Ich liebe Bücher, ich bin ein fast-nur-Reihen-Leser und das bedeutet, dass ich warten muss, es aber nicht kann! Ergo kaufe ich, wenn der nächste Teil einer Reihe, zum Beispiel am 29. August der 8. Skulduggery Pleasant auf Englisch *Vorfreude*, erscheint, dieses Buch neu, weil ich nicht noch x Tage oder Wochen warten kann und will, bis es dieses Buch bei medimops oder rebuy zu kaufen oder bei ebay zu ersteigern gibt. Ich wette, das könnt ihr alle nachvollziehen. ;-)
Ein anderer Grund ist, dass ich, wenn ich Lust auf ein bestimmtes Buch habe, dieses natürlich auch lesen will. Und zwar am besten schon gestern. ;-) Wenn ich es gebraucht nirgendwo finden kann, es aber unbedingt lesen will und nicht warten kann, kaufe ich das Buch eben neu. So einfach ist das.
Ich mag gebrauchte Bücher. Ich mag neue Bücher. Ich mag Bücher. Egal ob neu oder gebraucht, die Hauptsache ist doch, dass der Inhalt überzeugt und gefällt. Natürlich kann es bei Gebrauchtkäufen immer vorkommen, dass man nicht das große Los, sondern eine Niete zieht, aber das ist dann wohl das Risiko der Gebrauchtkäufe und bei den Preisen, die teilweise zu schön sind, um wahr zu sein, sollten wir das vielleicht auch im Hinterkopf behalten, wobei ich jetzt nicht sagen will, dass Bücher für 99ct aussehen wie durch den Fleischwolf gedreht. Was ich aber sagen will ist, dass man bei gebrauchten Büchern nicht erwarten kann, dass sie aussehen, als wären sie mit Handschuhen angefasst worden, nur ein paar Millimeter geöffnet und auch nur einmal gelesen worden. Verschiedene Menschen gehen verschiedenartig mit Büchern um, der Vorbesitzer wird vielleicht ganz anders mit seinen Büchern umgegangen sein, als ihr es mit euren tun würdet, und das sollte man beim Kauf von gebrauchten Büchern im Hinterkopf behalten. Das wirkt vielleicht auch einer eventuellen Enttäuschung beim Öffnen des Paktes entgegen. ;-)
 
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen – egal ob von gebrauchten oder von neuen Büchern. =)
Eure Mary

Samstag, 3. August 2013

Lesemonat Juli

Ein weiterer Monat ist vorüber und somit ist es an der Zeit, diesen einmal Revue passieren zu lassen und zusammen zu zählen. ;-)


Ich habe im Juli die folgenden fünf Bücher gelesen:

  1. Magie -Trudi Canavan
  2. Matched - Allie Condy
  3. The Magicians' Guild (Die Gilde der Schwarzen Magier. Die Rebellin) - Trudi Canavan
  4. Die Gilde der Schwarzen Magier. Die Novizin - Trudi Canavan
  5. Geisterritter - Cornelia Funke
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Gelesene Bücher: 5

Gelesene Seiten: 2421
Durchschnittliche Seiten pro Buch: 484
Durchschnittliche Seiten pro Tag: 78

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Angefangen habe ich im Juli noch The Black Magician Trilogy Book Three. The High Lord von Trudi Canavan

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Neu hinzugekommen sind diesen Monat leider keine Bücher, dafür habe ich aber schon mit Beginn des Augusts ein paar Bücher gekauft. ;-)

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Da ich alle Bücher bereits einmal gelesen habe, war für mich kein wirkliches Highlight dabei, am besten hat mir allerdings auch beim nochmaligen Lesen Geisterritter gefallen. Die Rezensionen habe ich ja bereits dazu geschrieben und das Buch mit der Schulnote 1 bewertet. =)

Auch beim nochmaligen Lesen hat mir Matched am wenigsten gefallen, es hat mich beim zweiten Lesen zwar etwas mehr überzeugt, aber gerockt hat es meinen Lesemonat auch nicht. Mehr dazu werde ich wohl in der geplanten Rezension schreiben.
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Welche Bücher habt ihr diesen Monat gelesen und wie haben sie euch gefallen?

Donnerstag, 1. August 2013

Rezension: Geisterritter - Cornelia Funke

Ein paar Infos rund ums Buch
 
Erscheinungsdatum: August 2011

Verlag: Cecilie Dressler Verlag

Seitenzahl: 252

Gebunden: 16,95€

Kindle Edition: 13,99€

Hörspiel: 16,95€

Ungekürztes Hörbuch: 19,95€

Bilder: Friedrich Hechelmann
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Klappentext


„Bitte!“,hörte ich mich flüstern. Die Worte kamen wie von selbst. „Bitte, William Longspee. Hilf mir.“
Und plötzlich hörte ich Schritte. Klirrende Schritte, wie von Eisenschuhen. Ich drehte mich um.
Und da stand er.

Jon Whitcroft hat es schwer. Seine Mutter und ihr neuer Freund schicken ihn aufs Internat nach Salisbury. Strömender Regen, dunkle Gemäuer, enge Flure, fremde Gesichter und ein Zimmer, das er sich mit zwei Mitschülern teilen muss. Jon ahnt nicht, dass dies bald seine geringsten Sorgen sein werden. Denn in seiner sechsten Nacht im Internat erscheinen plötzlich drei Geister unter dem Fenster seines Zimmers und starren zu ihm herauf.
Zum Glück gibt es jemanden in Salisbury, der sich bestens mit Geistern auskennt…
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Meine Meinung zum Buch


Ich empfang tiefes Mitleid mit Jon! Der arme Junge hat das Gefühl abgeschoben zu werden, weil seine Mutter ihren neuen Partner ihm vorzieht. Die ganze Welt scheint sich gegen ihn verschworen zu haben, denn seine Schwestern und auch der Familienhund können den Vollbart sehr gut leiden. Armer, armer Jon…
Mir ist natürlich klar, dass man einem Elfjährigen nicht alles durchgehen lassen kann, aber was ist das denn bitte für eine Botschaft, den Sohn aufs Internat zu schicken, weil er mit dem neuen Partner der Mutter nicht klarkommt? So nachem Motto „Du störst hier und wir holend ich erst wieder zurück, wenn du dich besser benimmst.“ Kann ich nicht ganz nachvollziehen, da muss es doch andere Wege geben, als das Kind aus der Familie raus ins Internat zu schicken. Wie soll man sich denn da bitte annähern können?
Aber in Jons Fall scheint es ihm geholfen zu haben, denn später denkt er über sein Verhalten nach und kommt zu dem Schluss, dass er sich eben NICHT korrekt verhalten hat.
Die vielen Kröten von Zelda fand ich … seltsam. Nen bisschen schrullig und klischeehaft, als müsste eine Hexe ganz viele Kröten haben … Moment, da hätten dann aber noch die schwarzen Katzen gefehlt. xD
Ella ist mein Lieblingscharakter, die kleine Geisterexpertin ist ein wunderbarer Charakter! Sie ist treu, mutig, nimmt kein Blatt vor den Mund, lässt sich nicht so leicht einschüchtern und weiß schon mit ihren jungen Jahren ziemlich genau, was sie will und wie sie es bekommt. Aber ich hab mich immer wieder gefragt, woher sie ihr Wissen über Geister hat und woher sie wissen will, dass es stimmt, wenn sie Jon versichert, er müsste sich nicht vor Stourton und seinen Schergen fürchten. Als die Geister plötzlich auch bei Tag auftauchen, scheint es jedenfalls so, als wüsste Ella doch nicht so gut über Geister bescheid und als hätte Jon doch Grund, um sein Leben zu fürchten. Aber er hat ja zum Glück Ella an seiner Seite, die alles tut, um ihn vor Lord Stourton und seinen Schergen zu bewahren – das ist wahre, reine Freundschaft. =)
Aber wie sich im Laufe des Buches herausstellt, haben Ella und ihre Großmutter noch viel über Geister zu lernen …

Der Kampf gegen die Geister war so spannend, ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und bin förmlich hineingeflossen!
Durchweg hat Cornelia Funke eine absolut liebenswerte Geschichte geschrieben, die bis zum letzten Wort wunderschön, spannend und interessant bleibt.

Kommen wir zum Schluss noch zu den Illustrationen. Die sind WUNDERSCHÖN, das Buch ist ein wahres Kunstwerk!
Allerdings muss ich schon sagen, dass einige Bilder doch recht düster und unheimlich sind und je nach Fantasie und Alter des Lesers können diese vielleicht doch eher angsteinflößend sein, zumal die Geschichte ja auch ein paar recht düstere Stellen hat. Da muss man dann entscheiden, ob es für den kleinen Bruder/die kleine Schwester/den Sohn/die Tochter schon das richtige Buch ist, ob man es lieber zusammen liest oder vielleicht noch ein paar Jahre wartet.
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Bewertung/Fazit


Sprache: 5/5

Unterhaltungswert/Faszination: 4/5

Nachdenklich gestimmt: 2/5

Überraschungswert/Einfallsreichtum: 5/5

Charaktere: 5/5

Länge/Schnelligkeit: 5/5

Illustrationen/Covergestaltung: 5/5

Zusammen macht das 31 Punkte und somit bekommt„Geisterritter“ von Cornelia Funke von mir die Schulnote 1. =)
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Habt ihr Geisterritter bereits gelesen oder habt ihr es vor?
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen dieses oder eines anderen Buches.