Donnerstag, 26. September 2013

Rezension: Skulduggery Pleasant - Die Diablerie bittet zum Sterben - Derek Landy

Vorab: Auch wenn ich sehr bemüht bin, keine Spoiler in meine Rezensionen einfließen zu lassen, handelt es sich um den 3. Band einer Reihe, sodass ihr Dinge erfahren könntet, von denen ihr, sofern ihr die vorigen Bände noch nicht gelesen habt, noch nichts wisst und wenn ihr die Bücher noch lesen wollt und noch nichts weiter erfahren wollt, kehrt doch lieber zu einem Zeitpunkt zu dieser Rezension zurück, an dem ihr das Buch schon gelesen habt. Sicher ist sicher. ;-)
                                                                                                                                                          

Ein paar Infos rund ums Buch

Englische Ausgabe: Skulduggery Pleasant – The Faceless Ones
Erscheinungsdatum:
Verlag: Loewe Verlag
Seitenzahl: 349
Gebunden: 16,90€
Broschiert: 9,95€
Hörbuch (gekürzt): 14,95€
Teil 3 einer 9-bändigen Reihe, Teil 7 erscheint im Oktober auf Deutsch und Teil 8 ist im August auf Englisch erschienen.

 

                                                                                                                                                           Zum Inhalt

Nach und nach werden die letzten noch verbliebenen Teleporter ermordet, alle auf dieselbe Art und Weise, mit einem Messerstich in den Rücken. Da Skulduggery und Walküre nicht mehr für das Sanktuarium arbeiten, sind sie gezwungen, auf eigene Faust und ohne dessen Unterstützung Nachforschungen anzustellen, was sich als schwierig erweist, denn der neue Detektiv des Sanktuariums, Remus Crux, hält Skulduggery für den Verantwortlichen der Teleporter-Morde. Bei ihren Nachforschungen finden Skulduggery und Walküre heraus, dass es möglich ist, mithilfe des Torsos des getöteten Groteskeriums ein Portal zur Dimension der Gesichtslosen zu öffnen, durch das die Gesichtslosen zur Erde zurückkehren können – und genau das planen der geheimnisumwoben Batu und die Diablerie. Allerdings benötigen sie dazu nicht nur das Groteskerium, sondern auch noch Fletcher Renn, Naturtalent und Neuling in Sachen Magie und eine absolute Nervensäge mit merkwürdiger Frisur. Und auch der einzige noch lebende Teleporter …
                                                                                                                                                         

Zum Cover

Das Cover meiner Ausgabe macht nicht besonders viel her, es zeigt einen schwarzen Kristall, im Hintergrund kann man die Aranmore Farm ausmachen. Der Satz auf dem Cover passt natürlich wie immer hervorragend zum Buchinhalt. Dieses Cover mag zwar nicht das Schönste sein, aber die Beziehung zwischen Cover und Inhalt ist stimmig. J Das Cover der deutschen Ausgabe passt natürlich auch super, stellt wie immer eine Szene aus dem Buch dar und deutet auf eine der uns bereits bekannten genialen Kampfszenen hin.
                                                                                                                                                          

Meine Meinung zum Buch

Ich bin in diese Reihe verliebt! Sie wird immer besser, mit jedem Buch, nein, mit jeder Seite, ach was red ich da, mit jedem Wort! Nicht nur, dass der trockene, schwarze Humor absolut mein Geschmack ist, der Tenor der Reihe wird zunehmend düsterer, auch wenn es bisher nur in kleinen Dosen geschieht. Denn wir haben in diesem Band ein potentielles das-Ende-der-Welt-wie-wir-sie-kennen Szenario und da geht’s schon ganz schön hart zur Sache und heiß her. Skulduggery und Walküre müssen mal wieder die Welt retten und anstatt dass Thurid Guild es mal einsieht und Skulduggery zurück aufs Spielfeld holt, wenigstens um die Welt zu retten, nein, wir lassen natürlich den unfähigsten aller Unfähigen ran! Ladies und Gentlemen, Derek Landy präsentiert Remus Crux, den Detektiv, der meiner Meinung nach nicht mal in der Lage wäre, seine verlegten Autoschlüssel wiederzufinden. Und anstatt die bösen Jungs zu verfolgen verfolgt er, weil das kleine Baby sich ja unbedingt beweisen muss, natürlich genau die Falschen! Herzlichen Glückwunsch Remus, du bist wirklich genauso lächerlich wie dein Bart.
Wo wir von lächerlich sprechen … Fletcher Renn. Seines Zeichens der letzte Teleporter und Besitzer einer absolut lächerlichen und offensichtlich sehr irritierenden Frisur, die nur er cool findet. Auch Flecher fällt meiner Meinung nach in die Kategorie Baby. Er hält sich ja für so toll, weil er ein Naturtalent und der letzte noch lebende Teleporter ist. Frei wiedergegebenes Zitat: „Das macht mich nur noch cooler!“ Mr. Arrogant und Pseudoselbstbewusst knickt aber ganz schön leicht ein und macht sich weinerlich in die Hosen, wenn man ihm mal ein bisschen droht und Angst macht. Natürlich kann man sich etwas drauf einbilden, wenn man sich einfach mal eben wegteleportieren kann, wenn’s brenzlig wird, aber wenn man sich nur ein paar Meter weit teleportieren kann, wenn’s wirklich drauf ankommt, sollte man nicht so eine dicke Lippe riskieren. Aber Charaktere wachsen ja bekanntlich und auch Fletcher beweist, dass er dazu in der Lage ist. Also steckt doch was hinter seiner großen Klappe.
Bleiben wir doch noch ein Weilchen bei den Charakteren.
In Die Diablerie bittet zum Sterben treffen wir auf viele neue Charaktere, bei denen es zunächst schwierig ist, sie zu behalten und auseinanderzuhalten, aber je öfter diese Charaktere Erwähnung finden, desto leichter wird es.
Kommen wir zu Dr. Kernspeckle Grouse. <3 Das grummelige alte, die meiste Zeit miesgelaunt erscheinende Wissenschaftsgenie ist einer der Wenigen, der Skulduggery ungeniert seine Meinung sagt, sehr zum Leidwesen Walküres, die sich zwischen den Stühlen befindet. Ich mag die Beziehung zwischen Walküre und Kernspeckle sehr, denn er benimmt sich ihr gegenüber immer besonders nett, als wäre sie seine Lieblingsenkelin und begnügt sich nicht damit, nur ihre Wunden zu versorgen, sondern belehrt sie auch über das, was sie tut und drängt sie dabei ab und an in die Defensive und zwingt sie dadurch, inne zu halten und nachzudenken. Man merkt, dass Walküre ihm sehr am Herzen liegt.
Aber auch zu Hause bei Walküre gehen merkwürdige Dinge vor, denn das Spiegelbild beginnt sich merkwürdig zu verhalten, weißt plötzlich Erinnerungslücken auf. Was geht da nur vor?
Walküre hingegen zeigt, dass sie neben ihrer magischen Entwicklung auch eine ganz normale Teenagerentwicklung durchmacht und sich manchmal wünscht, sie müsste das Spiegelbild nicht so oft gebrauchen und könnte die Dinge selber erleben, anstatt nur die Erinnerungen ihres Spiegelbildes durchleben. Sie bedauert gewisse Dinge und zeigt dadurch, dass sie keineswegs ein absolut perfekter Charakter ist.
Auch in diesem Band spielt Derek Landy ein Verwirrspiel mit uns, wenn es darum geht herauszufinden, wer hinter Batu und der Diablerie steckt. Wir haben mehrere nebeneinander herlaufende Handlungsstränge, die es uns nicht leicht machen, der Identität Batus näher zu kommen. Auch haben wir mehrere Twists im Plot, wir wägen uns dem Ziel so nahe und dann schafft es Derek Landy immer noch einen drauf zu setzen und uns ein „Verdammt!“ zu entlocken. Und das wird definitiv passieren, denn gemeinerweise endet dieser Ban mit einem Cliffhanger! Ich würde euch also empfehlen, gleich Band 4 mit zu kaufen, dann könnt ihr gleich weiterlesen, denn das möchte man ja besonders bei Cliffhangern gerne.
J

                                                                                                                                                          

Bewertung/Fazit

Auch der dritte Band der Skulduggery Pleasant Reihe überzeugt durch seine Spannung, seine actiongeladenen Kampfszenen, durch ausweglose Situationen, den genialen Humor … Auch zeigt sich, dass die Reihe wirklich gut geplant ist und die Ereignisse und Inhalte der einzelnen Bücher sehr genau auf das große Ganze abgestimmt sind, denn wir begegnen in Skulduggery Pleasant – Die Diablerie bittet zum Sterben einem geheimnisvollen Mann mit goldenen Augen. Mehr wissen wir auch nicht über diesen Mann, aber, ich darf euch wohl so viel verraten, er wird uns immer wieder begegnen und ist für die Geschehnisse der Reihe wichtig. Allein an dieser Figur merkt man, wie gut Derek Landy die Ereignisse und Inhalte der einzelnen Bücher geplant hat, denn sehr viel mehr erfahren wir über den Mann mit den goldenen Augen nicht. Noch nicht.
Skulduggery Pleasant – Die Diablerie bittet zum Sterben bekommt von mit 5 von 5 Herzen.

 

Montag, 16. September 2013

Rezension: Die Gilde der schwarzen Magier - Die Novizin - Trudi Canavan


Ein paar Infos rund ums Buch

Erscheinungsdatum: Juni 2006
Verlag: cbt, blanvalet
Seitenzahl:608
Taschenbuch: 9,95€
kindle Edition: 8,99€
Hörbuch (gekürzt): 24,95€








                                                                                                                                                         

Zum Inhalt

Soneas Ausbildung an der Universität der Magier beginnt. Während die anderen Zauberschüler aus vornehmen Familien stammen, kommt sie aus den Elendsvierteln von Imardin. So leidet Sonea unter ihren Mitschülern, die auf ihre magischen Talente neidisch sind. Doch als der Hohe Lord Akkarin sie unter seine Obhut nimmt, gerät sie in noch viel größere Probleme, denn er verbirgt ein düsteres Geheimnis …
                                                                                                                                                          

Meine Meinung zum Buch

Hurra, Sonea hat sich entschieden, als Novizin der Gilde beizutreten, um mehr über ihre magischen Fähigkeiten zu lernen. Damit ist sie der erste Mensch aus den unteren Klassen, der das Privileg, der Gilde beizutreten, genießt, Klar, dass das Unmut bei den verwöhnten Kindern der reichen Familien Kyralias und der verbündeten Länder hervorruft und Sonea schnell zur Außenseiterin wird. Damit aber nicht genug, denn obwohl Sonea sich zunächst sichtlich Mühe gibt, sich mit den anderen Novizen ihrer Klasse anzufreunden, sind ihre Klassenkameraden nicht mal versucht, ihr eine Chance zu geben und sammeln sich schon bald um Regin als ihren Anführer. Und der hegt besonderen Groll gegen Sonea und würde sie am liebsten höchstpersönlich zurück in die Armenviertel der Stadt treiben. Er und seine Freunde spielen Sonea Streiche, die jedoch immer mehr eskalieren und nicht nur Sonea, sondern auch ihren Mentor Rothen in Verruf bringen. Da hilft es Sonea auch nicht, dass der Hohe Lord Akkarin sie letztendlich zu seiner eigenen Novizin macht – nicht etwa, um Sonea zu helfen, sondern um zu gewährleisten, dass sie sein düsteres Geheimnis bewahrt …
Die Novizin erinnert mich in diesem Punkt an ein Jugendbuch, dass in einer High School spielt, denn ganz offensichtlich wird Sonea hier Opfer von Mobbing und noch Schlimmerem.
Toll ist auch, dass der Originaltitel einfach aus dem Englischen übersetzt worden ist, denn er passt hervorragend zu diesem Buch, da es hauptsächlich um Sonea und ihr Leben als Novizin in der Gilde geht.
Auch in diesem Teil wechseln die Perspektiven, in diesem Fall sind sie jedoch problematischer, da Dannyls Reise stellenweise todlangweilig ist und man lieber weiter über Sonea lesen will als darüber, dass Dannyl Bibliotheken durchsucht und nichts findet … Wenigstens ist nicht seine gesamte Reise langweilig, es gibt durchaus viele interessante Szenen, aber dennoch ist der Handlungsstrang über die Geschehnisse innerhalb der Gilde einfach der Interessantere.
Trotz dieser etwas nervigen Tatsache ist Band 2 besser als Band 3, was vor allem an Sonea liegt. Die Art und Weise wie sie mit den Attacken ihrer Mitschüler umgeht, dass sie sich nicht wehren will, aus Angst, jemand anderen zu verletzen, macht sie noch viel sympathischer als sie es einem schon im ersten Band war. Dazu kommt noch die düstere, unheilschwangere Wolke der Bedrohung, die von Akkarin ausgeht, die ein geladenes Spannungsfeld aufbaut und allgegenwärtig über unseren Köpfen schwebt.
Auch der Unterricht der Novizen war so interessant, dass man am liebsten selber mitmachen würde. Und Sonea beweist immer wieder, dass sie zurecht in der Gilde ist.
Etwas seltsam ist, dass Cery sich so selten bei Sonea blicken lässt. Hört er einfach auf sie, weil sie niemanden bei sich haben will oder hält seine Erfahrung mit der Gilde ihn auch etwas zurück?
Was ich sowohl toll als auch unglücklich fand ist, dass Trudi Canavan sich sehr viel Mühe gibt, ihre eigene Welt zu erschaffen. Aber dann doch bitte mit neuen Wesen, denen sie neue Namen gibt, anstatt einfach Spinnen in „Farend“ umzubenennen. Hinzu kommt, dass sie ihre Erfindungen oftmals einfach in den Raum wirft, ohne einen erklärenden Beisatz, sodass man immer wieder den Glossar hinten im Buch aufschlagen muss, um zu wissen von was zum Kuckuck jetzt die Rede ist. Das stört den Lesefluss, wenn man immer wieder hinten nachschlägt.

                                                                                                                        

Bewertung/Fazit

Die Novizin bekommt von mir 5 von 5 Herzen.

Sonntag, 15. September 2013

Rezension: Die Rebellin - Trudi Canavan


Ein paar Infos rund ums Buch

Englische Ausgabe: The Black Magician’s Guild 1 – The Magician’s Guild
Erscheinungsdatum: April 2006
Verlag: blanvalet und cbt
Seitenzahl:544
Taschenbuch: 7,00€ oder 9,95€
kindle Edition: 5,99€
Gekürztes Hörbuch: 24,95€
Erster Band einer Trilogie
Band 2: Die Novizin (Originaltitel: The Novice)
Band 3: Die Meisterin (Originaltitel: The High Lord)



                                                                                                                                                           

Zum Inhalt

Alljährlich findet in Imardin die sogenannte Säuberung statt, die Diebe und Kriminelle aus der Stadt treiben soll, jedoch sind es die Armen, die aus der Staat getrieben werden und sich in den Elendsvierteln zusammenpferchen müssen. Die Magier der Gilde, die die Säuberung durchführen, treffen auf Protest und werden wie jedes Mal mit Steinen beworfen. Unter einer der Gruppen Jugendlicher, die Steine auf die herannahenden Magier werfen, befindet sich Sonea. Das junge Mädchen wirft einen Stein auf die Magier – und auf wundersame Weise durchbricht dieser das von den Magiern errichtete Schutzschild und ihr Steinwurf verletzt einen der Magier. Aber wie ist das möglich? Besitzt Sonea etwa magische Kräfte?
Sonea läuft weg und versteckt sich, denn sie fürchtet um ihr Leben, da Magier außerhalb der Reihen der Gilde nicht geduldet werden. Und was würden sie erst mit einem wilden Magier tun, der einen der Ihren verletzt hat?

                                                                                                                                                          

Meine Meinung zum Buch

Ich mochte den Auftakt zur Trilogie über Die Gilde der Schwarzen Magier sehr, jedoch habe ich das ganze Buch über darauf gewartet, dass sie zur Gilde kommt und ihre magische Ausbildung beginnt – und dieser Teil lässt lange auf sich warten, denn zunächst geht es lange darum, dass Sonea vor den ausschwärmenden Magiern der Gilde versteckt werden muss. Und diejenigen, die ihr helfen, verfolgen teilweise ihre ganz eigenen Ziele mit Sonea.

Die Grundidee eines jungen Mädchens aus ärmlichen Verhältnissen, dass die Gilde, in die die unteren Klassen der Gesellschaft nicht eintreten können, ja, bei denen unfairerweise nicht einmal nach magischem Potential gesucht wird, weil das ja eh alles nur Kriminelle sind *hrmpf*, begeistert.
Sonea ist ein toller Charakter. Sie ist ein starker Charakter. Sie ist selbstbewusst, sie lässt sich nicht so leicht herumkommandieren, sie glaubt nicht einfach alles, was man ihr sagt, sie hinterfragt die Dinge. Die ist weder ein überzeichneter „Ich kann einfach alles“ Charakter, noch ist sie das kleine, naive, schüchterne, ängstliche, unschuldige Mädchen. Nein, Sonea hat dadurch, dass sie nicht mit einem goldenen Löffel im Mund geboren wurde, schon so manches erlebt. Und das hat sie geformt. Sie ist misstrauisch Fremden gegenüber, besonders den Magiern gegenüber. Ihre Charaktereigenschaften, ihre Entscheidungen und Handlungen sind aufgrund ihrer persönlichen Geschichte plausibel und sehr gut nachzuvollziehen.
Auch die anderen Charaktere überzeugen. Ganz besonders Rothen ist ein sehr sympathischer Charakter, den man sofort als eine Art Vater-/Großvaterfigur identifiziert und ins Herz schließt. Und die „bösen“ Charaktere sind ebenfalls so lebendig dargestellt, dass man ihnen sofort mit Abneigung begegnet.


Ebenso empfinde ich den Umgang mit Magie innerhalb dieser Trilogie als erfrischend abwechslungsreich. Es werden keine Zauberstäbe geschwungen und Zaubersprüche aufgesagt, im Gegenteil. Nein, die Magie befindet sich als eine Art Kraftquelle in einer magiebegabten Person selbst, die der Magier anzapfen und lenken kann, um Magie zu wirken. Was mir besonders daran gefällt ist der körperliche Aspekt von Magie, denn der Gebrauch von Magie erschöpft dich, wie es körperliche Anstrengungen tun. Wenn du also nicht aufpasst, kannst du dich sogar so weit erschöpfen, dass du stirbst … Allerdings muss jeder Magier die Kontrolle über seine Magie lernen, ansonsten macht sich diese nämlich selbstständig und entlädt sich auf unangenehme – und ausgesprochen gefährliche – Weise selbst.
Auch wenn die Stelle, an der Sonea sich endlich dazu durchringt, Magierin zu werden, lange auf sich warten ließ, brilliert das Buch durch den leichten und lebendigen Erzählstil, durch die intensive Teilhabe an den Gedanken und Gefühlen der einzelnen Protagonisten und durch den Wechsel der Perspektiven. Der wechselnde Fokus auf die Gilde und auf die Gruppe um Sonea und diese selbst sorgen dafür, dass man einfach weiterlesen will, ja, weiterlesen MUSS, um zu erfahren, wie die nächsten Schritte der Charaktere aussehen.

Apropos nächste Schritte: Wie sehen die von Sonea denn nun aus? Tja, das erfahren wir wohl erst im sich quasi durch den Titel selbst erklärenden zweiten Band Die Novizin.
                                                                                                                                                          

Bewertung/Fazit

Ein gelungener Auftakt zu einer vielversprechenden Trilogie. Das einzige große Manko ist, dass der Teil, der am interessantesten ist, dass Sonea die Kontrolle über ihre Magie lernt, der Gilde beitritt und ihre Ausbildung zur Magierin beginnt, erst weiter hinten im Buch beginnt, bzw. erst richtig im zweiten Band beginnt.
Die Gilde der Schwarzen Magier – Die Rebellin von Trudi Canavan bekommt von mir 4 von 5 Herzen.


Freitag, 13. September 2013

Rezension: Magie - Trudi Canavan


Ein paar Infos rund ums Buch



Erscheinungsdatum: November 2010
Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 733
Gebunden: 19,95€
Broschiert: 10,99€
kindle Edition: 9,49€
Hörbuch als Download in gekürzter Fassung: 16,70€
Originaltitel: The Magician’s Apprentice



                                                                                                                         

Zum Inhalt

Ein mächtiger Schwarzer Magier versucht, der jungen Tessia seinen Willen aufzuzwingen. Verzweifelt setzt sie sich zu Wehr – und plötzlich durchströmen Tessia ungeahnte Kräfte …

Trudi Canavan kehrt dorthin zurück, wo ihr Aufsehen erregender Erfolg begann – nach Kyralia und zur Gilde der Schwarzen Magier.

Tessia wächst als die Tochter eines Dorfheilers in Kyralia auf, und nichts wünscht sie sich sehnlicher, als selbst Heilerin zu werden. Doch eines Tages wird offenbar, dass Tessia über die seltene Gabe der Magie verfügt, und ohne diese Ehre jemals erwartet zu haben, findet sich die junge Frau plötzlich als Novizin des zauberkundigen Lord Dakon wieder.

Bei aller Begeisterung und allem Stolz über ihre unerwartete Bestimmung erkennt Tessia jedoch schon bald, dass mit ihren magischen Kräften auch große Gefahren einhergehen. Denn Kyralia steht kurz vor dem Krieg mit dem Nachbarreich Sachaka – und Tessia muss schneller lernen, ihre Magie zu beherrschen, als jemals eine Novizin vor ihr …
                                                                                                                         

Meine Meinung zum Buch

Da unter dem Klappentext „Die Vorgeschichte zur internationalen Bestseller-Trilogie Die Gilde der Schwarzen Magier“ steht, habe ich mir mehr erwartet. Entsprechend dieser Erwartung war ich von Magie ziemlich enttäuscht. Zwar erhalten wir ein paar Hintergrundinfos über die Entstehung der Gilde, diese fallen jedoch recht spärlich und wenig ausführlich und daher eher spartanisch aus. Ebenso wissen wir nach dem Buch mehr über Sachaka und die Entstehung des sachakanischen Ödlands, diese Informationen sind aber erst dann nennenswerter, wenn man die Sonea Trilogie lesen will.
Auch dauert es lange, bis die Geschichte in Fahrt kommt und deutlich interessanter und spannender wird. Die ersten 200 Seiten habe ich mich nur gelangweilt. Das lag daran, dass die Magierausbildung, da sie sehr der von Sonea in Die Gilde der Schwarzen Magier gleicht und daher wirkt dieser Teil der Geschichte auch so langatmig und langweilig. War ein alter Hut.
Wir erfahren zwar mehr über schwarze Magier, bzw. höhere Magie, wie sie in Magie genannt wird, aber auch hier ist nicht phänomenales oder bahnbrechendes darunter und wird im Grunde in Zwischenbemerkungen und Gesprächen über schwarze Magie in Sonea – Die Hüterin wieder aufgewärmt.

                                                                                                                        

Bewertung/Fazit

Alles in allem also kein Buch, das man notwendigerweise für die Gilde- oder Sonea-Trilogie gelesen haben muss. Man erfährt zwar hintergründige Details über Sachaka und der Großteil des Buches, der den Krieg zwischen Sachaka und Kyralia behandelt, ist spannend, fesselt und kann begeistern und bestürzen. Auch erfahren wir mehr über die Entwicklung einzelner magischer Disziplinen, wie sie zu dem Punkt gekommen sind, wie sie in Die Gilde der Schwarzen Magier die Novizen gelehrt werden, aber auch diese durchaus interessanten Stellen täuschen nicht darüber hinweg, dass ein Großteil des Buches, der Anfang, der ja gerade dazu da ist, den Leser an die Geschichte zu binden und ihm nicht das Gefühl zu geben, dass er dieses Buch gar nicht weiterlesen will, schlichtweg langweilig ist.
Daher bekommt Magie von Trudi Canavan nur 2 Herzen von mir.

 

Rezension: Skulduggery Pleasant Das Groteskerium kehrt zurück - Derek Landy

Ein paar Infos rund ums Buch



Englische Ausgabe:



Erscheinungsdatum: Mai 2008
Verlag: Harper Collins Children
Seitenzahl: 389
Gebunden: 12,60€
Taschenbuch: 5,80€
kindle Edition: 3,77€
Hörbuch: 18,99€
Teil 2 der Skulduggery Pleasant Reihe, von der 8 bereits auf Englisch erschienen sind.



Deutsche Ausgabe: Skulduggery Pleasant – Das Groteskerium kehrt zurück
Erscheinungsdatum: Juni 2008
Verlag: Loewe Verlag
Seitenzahl: 334
Gebunden: 16,90€
Taschenbuch: 9,95€
Hörbuch: 14,95€
Teil 2 einer neunbändigen Reihe, Teil 7 erscheint im Oktober auf Deutsch.

                                                                                                                         

Zum Inhalt

Skulduggery Pleasant und seine Partnerin und Schülerin Walküre Unruh, formerly known as Stephanie Edgley haben einen neuen Auftrag: Baron Vengeous, einer von Mevolents ehemaligen Gefolgsleuten ist aus dem Gefängnis entkommen und ist auf Rache aus. Und auf die Zerstörung der Welt, wie wir sie kennen, denn er hat vor, die Gesichtslosen, furchtbare Monster, die die Menschheit versklaven und vernichten würden, mithilfe des Groteskeriums, einem Hybriden aus verschiedenen magischen Wesen mit dem Torso eines echten toten Gesichtslosen, zurückzuholen. Um das Groteskerium wiederbeleben zu können, benötigt er die Rüstung von Lord Vile und eine weitere geheime Zutat. Skulduggery und Walküre können das natürlich nicht zulassen und müssen herausfinden, wo Vengeous ist und wo er das Groteskerium versteckt hat, um es ihm zu stehlen und es zu zerstören. Wenn es doch nur so einfach wäre, wie es klingt …
                                                                                                                          

Meine Meinung zum Buch

Was soll ich sagen? Eine Reihe, die mit Band zu Band besser wird. Die Charaktere entwickeln sich weiter, die Geschichte entwickelt sich weiter, man erfährt mehr und mehr über die Welt, zu der Walküre nun ein Teil geworden ist, mit dem Fortschreiten der Geschichte.
Mein Lieblingsbösewicht hat in diesem Band seinen ersten Auftritt, wir kommen mit neuen Kreaturen und – zum Glück – mit der klassischeren, nichtglitzernden Art der Vampire in Kontakt. Obwohl man sich natürlich darüber streiten kann, ob das wirklich so gut für uns ist … ;-) Natürlich lernen wir in diesem Band auch weitere neue Charaktere kennen, die uns begleiten werden, die teils liebenswert, teils verabscheuenswert oder auch einfach nur verpeilt sind. Wer das Buch kennt, weiß sicherlich, wen ich mit „verpeilt“ meine. ;-) (Übrigens gerade deshalb einer meiner Lieblingscharaktere, ich lach mich jedes Mal über ihn schlapp.)
Der trockene, schwarze, sarkastische Humor und die Schlagabtausche zwischen den Charakteren sind auch hier wieder Programm und einfach nur köstlich!
Schön ist auch, dass Walküre nicht als ein Mädchen dargestellt wird, das sich nur kopfüber ins Abenteuer und in die Gefahr stürzt, nein, sie hält auch inne und überlegt, kommt in einen inneren Zwiespalt darüber, was es für Auswirkungen hat, dass ihr Spiegelbild, das sie mithilfe von Skulduggery mittels eines Zaubers lebendig gemacht hat, ihren Platz einnimmt, während sie mit Skulduggery unterwegs ist, den Bösen Einhalt zu gebieten und die Welt zu retten – ohne das ihre Familie Wind davon bekommt.
Auch der zweite Teil legt ein rasches, actionreiches Tempo an den Tag, bei dem es auch mal ganz schön aussichtslos aussieht, mit vielen zum-vor-lauter-Lachen-vom-Stuhl-kippen-Stellen. Ein Beispiel für einen schönen Schlagabtausch:

Baron Vengeous: "Nur ein Feigling kommt zu einem Messerkampf mit einer Pistole!"
Skulduggery: "Ja, aber nur ein Idiot kommt zu einem Pistolenduell mit einem Messer!"

Oder etwas von Billy-Ray Sanguine: "Was ist mit euch Frauen nur los? Ihr tretet in unser Leben und nehmt uns alles. Über die Jahre habt ihr viele kleine Stückchen von mir bekommen, sogar von meiner Seele. Und jetzt, jetzt habt ihr auch noch mein Rasiermesser. Womit soll ich denn jetzt Leute umbringen?? Womit soll ich mich rasieren???"
                                                                                                                          

Bewertung/Fazit:

Der zweite Band knüpft da an, wo der erste aufgehört an: an der Action, dem Humor, der Faszination die schon vom ersten Band versprüht wurden und die es schaffen, seine Leser sofort in den Bann zu ziehen und zu verzaubern. Wer also Magie, Action, Humor (trocken und sarkastisch) und eine Handlung mit Wendungen und vielen kleinen und großen Geheimnissen mag, der sollte unbedingt zu dieser Buchreihe greifen!
Skulduggery Pleasant - Das Groteskerium kehrt zurück bekommt von mir 4 von 5 Herzen.


Donnerstag, 12. September 2013

Spoiler, die eigene Neugierde oder Beware of the internet!

Hallo ihr Lieben,
 
heute wollte ich diesen Post nutzen um mit euch über etwas zu sprechen, was mir und euch sicherlich auch sehr am Herzen liegt oder auf die Nerven geht: Spoiler.
 
Sicherlich ist jeder von uns schon mal auf Spoiler gestoßen, sei es in Rezensionen, Videos, Foren zu Buchreihen, etc. Vielleicht haben manche von euch ja auch schon mal explizit nach ihnen gesucht, wenn ein weiterer Band einer Reihe bereits auf Englisch erschienen war und ihr aber noch auf euer Exemplar oder die Übersetzung gewartet habt? Sowas in der Art ist mir letztens passiert.
 
Ich wartete auf mein Exemplar von Skulduggery Pleasant Last Stand of Dead Men. Ich wartete und vertrieb mir meine Zeit damit, Informationen über eine namentlich noch nicht erwähnte Figur zusammenzusuchen und wollte eigentlich nur im Internet gucken, ob es vielleicht irgendwo auf der Skuldpedia schon einen Artikel dazu gibt und ICH WURDE GESPOILTER! Und die Warnung, dass man nicht weiterlesen soll, wenn man "die letzten Bücher" noch nicht gelesen hat, hat mir auch nicht geholfen, denn wenn es sich auf das AKTUELLE Buch bezieht, wird dieses explizit genannt. Ich las also einfach nur den ersten Satz und ... WUMM! GESPOILERT! Klar, ich konnte jetzt jubeln, weil meine Theorien sich als richtig herausstellten, worauf ich immer ziemlich stolz bin, aber jetzt ging mit natürlich der WOW-Moment flöten. In diesem Moment war ich mega sauer auf den Warnhinweis, der nicht explizit genug war, aber vor allem auf mich selbst. Ich hatte auch gerade eine Freundin am Telefon und sagte nur zu ihr "Au man, bin ich dämlich, ich hab mich grade versehentlich selbst gespoilert!" (Eine Dummheit, die sie auch nur bestätigen konnte und mich noch fragte, warum ich denn bitte so blöd sei.) Schönen Dank auch, ungeduldiges, doofes Ich! Das nächste Mal zieh ich alle Kabel fürs Internet raus und schmeiße sie aus dem Fenster, bis ich das Buch gelesen habe. Das war mir denke ich eine Lehre.
Ist euch das auch schon mal passiert, dass ihr euch versehentlich gespoilert habt?
 
Ok, Schaden angerichtet, was nun? Sicher schadet es nicht, sich mal bei amazon anzugucken, wie das Buch bisher angekommen ist, dachte ich. Nur die Sterne, nicht die Rezensionen an sich lesen. Doch, was passiert? Ich Thunfisch scrolle zu weit runter und meine Augen bleiben an einer kurzen Rezension hängen. Es war wie bei einem Unfall oder etwas, was man eigentlich eklig findet, aber man muss trotzdem hingucken! Kennt ihr solche Situationen und Momente? Jedenfalls passierte mir genau das. Da ich ja sowieso alles lesen muss, was mir ins Auge springt, war ich also verdammt. Denn diese Rezension war eine, für die man den Verfasser gerne geschüttelt hätte und ihn angeschrien hätte, was er sich dabei gedacht hat. Denn diese "Rezension" war eigentlich keine. Es war ein einziger großer Spoiler! Und dass mir das so ins Auge gesprungen ist und ich eigentlich nur eine einzige Spoilerzeige gelesen habe, hat mir einen Teil des Lesevergnügens geraubt. Es ist ja was anderes, wenn man sich im direkten Gespräch mit jemandem befindet und derjenige sagt, dass man ihn ruhig spoilern kann, wie zum Beispiel meinen Kumpel Chris. Der liebt Spoiler und ärgert andere gerne, indem er ihnen direkt erzählt, was genau er alles mehr weiß als sie. (Yeah ... Toll ... NICHT, CHRIS! BÖSE! AUS!) Aber es ist doch was ganz anderes, wenn jemand eine Rezension bei amazon liest, um zu gucken, was die Leute über das Buch denken. Wie kann man nur so fies sein, und absichtlich die Leute spoilern? Wieder etwas Anderes ist es meiner Meinung nach nämlich, jemandem versehentlich zu viel vom Inhalt des Buches zu verraten, weil man entweder so begeistert ist, oder eine ganz knappe Inhaltsübersicht das Buch nicht so toll erscheinen lässt, wie es eigentlich ist. (Gerade hoffe ich, dass ich nicht versehentlich in meinen Rezensionen spoilere...)
 
Ich kann euch nur raten, lernt aus meinen Fehlern. Sucht keine Spoiler für euch selbst oder wenn ihr eure Theorien habt, behaltet sie im Kopf und versucht nicht mit Hilfe des Internets sie zu bestätigen oder zu wiederlegen. Und ich will jetzt nichts Böses gegen die Rezensionen auf amazon prinzipiell sagen, aber ich würde empfehlen, die Angaben von amazon selbst zu lesen (die bei manchen Büchern auch schon an Spoiler grenzen -.-) und wenn allerhöchstens zu gucken, wie oft das Buch mit wie vielen Sternen bewertet wurde. Wobei ich sagen würde, dass ihr DAS eigentlich auch schon lassen könnt, das Buch muss euch ansprechen, es muss euch gefallen, wenn 50 Menschen, denen Chick lit nicht immer gut gefällt ein Buch schlecht bewerten, ihr bei Chick lit aber  bisher jedes Buch geliebt habt, das ihr gelesen habt, vergesst die Bewertungen und holt euch, was ihr lesen mögt. Genauso gut kann es sein, dass ich ein Buch mit 5 Herzen bewerte, welches ihr absolut grauenhaft fandet. Geschmäcker sind halt verschieden und Meinungen erst recht. Ich habe es schon erlebt, dass Bücher oder Games oder Filme und Serien, die ich einfach großartig fand, sehr schlecht bewertet wurden.
 
Ich merke, ich bin ein wenig abgeschweift. Was ich sagen will ist, dass es keinen Spaß macht, Spoiler zu suchen, auch wenn man sich vielleicht im ersten Moment über die ergatterte Information freut, es ruiniert euch eher das Buch, dass ihr doch so gerne lesen wollt. Und bitte niemals mit Absicht spoilern, auch nicht in gut gemeinter Absicht spoilern. (Aber das kann man ja lernen und üben.) Und Beware of the internet. So mancher spoilert absichtlich, in Rezensionen, in Foren, etc., ohne vorher ein Warnschild aufzustellen. Ich habe mir ab heute ein "Informationssuchverbot" zu Reihen/Trilogien erteilt, bei denen ich weiterlesen will. Denn es macht viel mehr Spaß, die Dinge beim Lesen selber zu erfahren, ich liebe den Moment, in dem mir ein Licht aufgeht. Der Schock sitzt tiefer, es erschüttert einen viel mehr, die Dinge, die auch nicht so schön sind, beim Lesen selbst zu erfahren, als beim Lesen zu denken "Dann kommt doch gleich sicher die Stelle bei der XY passiert...", so als hätte man das Buch schon mal gelesen, was man ja aber gar nicht hat. Ich werde mich von Spoilern fernhalten. Wenn ein Kästchen mit Spoilern in einem Forenbeitrag oder auf einem Blog zu finden ist, werde ich meine Neugierde nun zu zügeln wissen. Denn wenn es so schlimm ist, dass ich gewisse Dinge unbedingt wissen muss, wisst ihr, was ich dann machen werde? Genau, ich werde mir einfach das Buch kaufen und es lesen! Dann kann ich meine Neugierde auf die gute altmodische Art befriedigen: indem ich das Buch selber lese. Oder das Hörbuch kaufe. Aber meist mag ich keine gekürzten Hörbucher, wer weiß, was da dann grad weggekürzt wird ...
 
Also, Finger weg vom Internet und von Spoilern, es sei denn, ihr seid wirklich stark genug, um diese zu verkraften...
 
Was sind eure Erfahrungen mit Spoilern?
Habt ihr euch schon mal explizit auf die Suche nach ihnen gemacht, egal ob im Internet oder ob ihr einfach mal das Buch 100 Seiten später aufgeschlagen und reingelesen habt, owbohl ihr noch gar nicht an der Stelle wart?
Seid ihr schon mal bei amazon, twitter, facebook oder an einer anderen Stelle auf Spoiler gestoßen?
Wie reagiert ihr auf Spoiler, wenn sie euch begegnen? Könnt ihr eure Neugierde beherrschen? Was haltet ihr von Menschen, die Spoiler in die Menge werfen?
 
Herzlichste Buchgrüße,
                                      Mary

Sonntag, 8. September 2013

Rezension: Skulduggery Pleasant Der Gentleman mit der Feuerhand - Derek Landy


Ein paar Infos rund ums Buch


Englische Ausgabe:





 
Erscheinungsdatum: April 2007Verlag: Harpercollins ChildrenSeitenzahl: 384Gebunden: 9,99€ Taschenbuch: 6,00 – 6,70€Kindle Edition: 3,78€
Hörbuch: 16,99€ / 21,99€ (ungekürzt)
Teil 1 einer neunbändigen Reihe von der bereits 8 auf Englisch erschienen sind.
Deutsche Ausgabe:Erscheinungsdatum: September 2007
Verlag: Loewe Verlag
Seitenzahl:  344 (HC), 352 (TB)
Gebunden: 16,90€
Taschenbuch: 9,99€
Hörbuch: 14,95€ (gekürzt)
Teil 1 einer neunbändigen Reihe, Band 7 erscheint im Oktober auf Deutsch.

                                                                                                                                                           

Zum Inhalt

Gorden Edgley, ein berühmter und erfolgreicher Autor, stirbt plötzlich und unerwartet. Seiner 12 Jahre alten Lieblingsnichte Stephanie vermacht er die Tantiemen für seine Bücher, sein Haus und sein gesamtes Vermögen – abzüglich dem, was er seinen Geschwistern hinterlässt. Sein Bruder Fergus und seine Familie erhaltene in Boot, obwohl Fergus seekrank wird, ein Auto, obwohl die Familie bereits eines besitzt und eine Brosche, die Beryl, Fergus Frau, abgrundtief hässlich findet. Stephanies Eltern erben die Villa in Frankreich. Dem mysteriösen und vermummten Mann, den Stephanie auf Gordons Berdigung kennen gelernt hat und der ein enger Freund von Gordon gewesen ist, hinterlässt Gordon einen mysteriösen Rat, den niemand der Anwesenden versteht. Die 12-jährige Stephanie erbt den Rest.Diese Überraschung noch in den Knochen, suchen Stephanie und ihre Mutter das Haus des Verstorbenen noch einmal auf. Aufgrund einer Autopanne und einer wetterbedingten Straßenüberschwemmung verbringt Stephanie die Nacht allein in dem Haus, das nun ihr gehört. Diese Nacht, die eigentlich toll werden sollte, wird plötzlich ziemlich unheimlich und gefährlich, als ein Mann ins Haus eindringt und von Stephanie einen Schlüssel verlangt, den Gordon gehabt haben soll. Der Mann greift sie an, als plötzlich der mysteriöse Mann von der Beerdigung wie aus dem Nichts auftaucht und den Fremden mit Feuerbällen und Tritten verjagt. Bei dem Kampf verliert er seine Vermummung und es zeigt sich, dass Mr. Skulduggery Pleasant nicht entstellt ist. Er ist ein lebendes Skelett … Kein Wunder, dass Stephanie da in Ohnmacht fällt!Als sie wieder zu Bewusstsein kommt, stellt sich ihr Retter erst einmal ordentlich als Skulduggery Pleasant vor, erklärt ihr, dass er ein Detektiv des Sanktuariums ist und erzählt Stephanie von einer Welt, die neben der ihren existiert und von der Gordon sehr genau wusste – von einer Welt voller Magie, Zauber, Kriege und gefährlichem Bösen. Stephanie beschließt, sich Skulduggery als seine Partnerin anzuschließen und ihn zu begleiten. Denn wer möchte schon zurückkehren in eine langweilige Welt, voll unausstehlicher Tanten und ohne einen Hauch von Action? Stephanie jedenfalls nicht. Denn um den mysteriösen Tod ihres Onkels, der plötzlich doch nicht so natürlich erscheint wie zuvor angenommen, aufzuklären, muss sie Skulduggery Pleasant in eine Welt voller Magie begleiten, in der mächtige Zauberer gegeneinander kämpfen, Legenden wahr werden und das Böse und die Gefahr an jeder Ecke lauern …
                                                                                                                                                                                                                                          

Meine Meinung zum Buch


GEIL, GEIL, GEIL, GEIL, GEIL, GEIL, GEIL, GEIL, GEIL, GEIL!!!!!
Action, Spannung, Magie, Rätsel, unerwartete Wendungen, geniale Charaktere und Humor von der trockensten, schwärzesten, sarkastischsten Sorte.
Auch wenn die Storyline jetzt nicht sooooo ungewöhnlich ist – junges Mädchen mit magischem Potential gerät in eine magische Welt und muss mithelfen die Welt vor dem Bösen zu schützen indem ein sagenumwobener Gegenstand gefunden wird, bevor der Bösewicht ihn in die Finger bekommt. Kommt euch vielleicht etwas bekannt vor, macht aber nichts, denn die Skulduggery Pleasant Reihe ist genial! Ich habe nach Harry Potter lange nach einer Buchreihe gesucht, die mich fesselt, in die ich eingesaugt werde und versinke bis ich ertrinke, eine Reihe mit absolutem Suchtfaktor. Und hier präsentiere ich euch den ersten Band eben dieser Reihe!
Was das Buch aus der Masse der Fantasybücher heraushebt, sind die Dialoge. Um mal ein paar Beispiele zu nennen:
„Versprichst du, mir in Zukunft nichts mehr zu verheimlichen?", fragte Stephanie.
Skulduggery legte die Hand auf die Brust.
„Hand aufs Herz. Ich schwöre es bei meinem Leben."
„Okay".
Er nickte und ging ihr voraus zum Bentley.
„Allerdings hast du kein Herz mehr."
„Ich weiß."
„Und rein technisch gesehen auch kein Leben."
„Auch das weiß ich."
„Dann verstehen wir uns ja."
*
"Was ist das?"
"Das, meine liebe Walküre, nennen wir ein Monster."
"Du weißt nicht, was es ist, gib's zu."
"Ich hab's dir doch gesagt, es ist ein schreckliches Monster. Und jetzt halt die Klappe, bevor es rüberkommt und uns frisst."
*
"Was hast du davon, wenn du die Ältesten umbringst?"
"Soll das ein Witz sein?"
"Walküre..."
"Ich weiß es nicht."
"Doch, du weißt es. Denk nach! Wozu führt der Tod der Ältesten?"
"Panik? Angst? Zu drei freien Parkplätzen vor dem Sanktuarium?"
*

Man lacht sich einfach schlapp beim Lesen! Der Humor, der Sarkasmus, einfach herrlich!
Das Buch ist so spannend, ich habe es nur aus der Hand gelegt, weil ich dann irgendwann doch schlafen musste, aber auch dann hat es mich nicht losgelassen, die Bücher sind so spannend und so toll geschrieben, dass man einfach weiterlesen muss!
Vor dem Hintergrund, dass bereits vier Bände auf Deutsch und fünf auf Englisch erschienen waren, als ich angefangen habe, die Bücher zu lesen (was auf Empfehlung meines besten Freundes Chris geschah, DANKE!), weiß man einfach, dass Stephanie heil aus der Sache rauskommt, dass sie nicht im ersten Band sterben wird, was mir ein bisschen die Lesersorge „Oh mein Gott, hoffentlich kommt sie da wieder heil raus!“ genommen hat, aber trotzdem ist das Buch so actiongeladen und spannend, dass man weiterlesen muss!
Abgesehen davon ist die Idee eines lebenden Skeletts, der Detektiv ist, verdammt cool und einzigartig. Jedenfalls fällt mir kein anderer lebender Skelettdetektiv ein.
Zu den Charakteren sei gesagt, dass Skulduggerys eventuell überheblich und arrogant wirkende Art genau das ist, was ihn so toll macht, diese teilweise leicht herablassende Art und immer schön sarkastisch, vor allem weil man stellenweise nicht weiß, ob er es ernst meint oder ob er Witze macht. Und da er der beste Detektiv ist, den das Sanktuarium hat, kann er sich schon etwas darauf einbilden. Stephanie ist keine typische 12-jährige, sie scheint für ihr Alter schon weiter entwickelt zu sein als ihre Altersgenossen und hat auch ein loseres Mundwerk als manch andere 12-jährige. Sie sagt, was sie denkt, sie steht zu dem, was sie sagt und tut und sie lässt sich weder leicht abschütteln, noch nach Hause aus der Gefahrenzone schicken. Sie ist hartnäckig und auch wenn sie sich an manchen Stellen überlegt, dass sie einfach nach Hause gehen sollte, tut sie es nicht und steht mit 12 ziemlich gut ihren Mann. Auch wenn ihre große Klappe Autoritätspersonen gegenüber manchmal schon ganz schön respektlos ist. Aber so ist das halt bei Leuten, die kein Blatt vor den Mund nehmen und frei heraus sagen, was sie denken – auch ohne vorher drüber nachzudenken.
Die Cover, besonders die Englischen, die zum Glück ab Band 3 auch für die Deutschen übernommen wurden, sind großartig, umwerfend, genial! Sie passen absolut zur Geschichte und zeigen auch immer eine Szene, die an irgendeiner Stelle im Buch vorkommt. Am Anfang eines jeden Kapitels befindet sich ein kleines Bild von einer Person/einem Wesen, zum Beispiel Skulduggery oder Grässlich, China, Tanith, … Hm? Ihr wollt wissen, wer die alle sind? Tja, da müsst ihr wohl das Buch lesen … ;-)
                                                                                                                                                           

Bewertung/Fazit

 
„Skulduggery Pleasant Der Gentleman mit der Feuerhand bekommt 5 Herzen von mir. Punktabzug gab es, weil mich das Buch nicht zum Nachdenken angeregt hat, aber das darf man auch nicht von einem actiongeladenen Fantasyabenteuer erwarten, dass es zu philosophischen Grübeleien anregt. Da das Buch sonst absolut genial ist und ein Kracher mit Adrenalinrausch beim Lesen inklusive und absolutem Suchtfaktor hat ihm der Puntkabzug nicht im Geringsten geschadet.
Wer auf Magie, lustige Dialoge, Sarkasmus, Geheimnisse, Detektivarbeit und eine geballte Ladung  Action steht, der sollte sich dieses Buch dringend zu Gemüte führen.
                                                                                                                                                         
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen dieses Buches und anderer Bücher. =)
Eure Mary

Dienstag, 3. September 2013

Rezension: Das verbotene Eden - David und Juna von Thomas Thiemeyer


Ein paar Infos rund ums Buch


Erscheinungsdatum: 22. August 2011
Verlag: PAN Droemer Knaur
Seitenzahl: 464
Gebundene Ausgabe: 16,99€
kindle Edition: 4,99€
Hörbuch: 16,99€
Erster Band einer Trilogie
Band 2: Das verbotene Eden – Logan und Gwen
Band 3: Das verbotene Eden – Magda und Ben
                                                                                                                                                          

Klappentext

Die Menschheit steht kurz vor ihrem Ende. Seit den „dunklen Jahren“ leben die Geschlechter in erbitterter Feindschaft. Die Zivilisation ist untergegangen: Während die Männer in städtischen Ruinen hausen, haben die Frauen auf dem Land ein neues, streng abgeschottetes Leben angefangen. Kinder gibt es kaum noch, und wieder drohen neue Kämpfe. Als die 17-Jährige Kriegerin Juna ausgesandt wird, einen Gefangenen zu nehmen, stößt sie ausgerechnet auf den jungen Mönch David, der nichts lieber tut, als sich in verbotene Schriften der alten Zeit zu flüchten. Romeo und Julia ist seine Bibel – und als plötzlich ein leibhaftiges Mädchen vor ihm steht, reißt es ihn in einen Wirbel der Gefühle. Nichts scheint undenkbarer, gefährlicher, tödlicher in dieser Welt als die Liebe zwischen Juna und David. Und doch ist sie der letzte Hoffnungsschimmer …
                                                                                                                                                          

Zum Cover

Das Cover ist nichts Außergewöhnliches. Es zeigt die beiden Hauptprotagonistin David und Juna und man sieht die Karte, die sich auch im Buch befindet, hinter den beiden durchscheinen. Passt sicherlich zur Geschichte, aber etwas Besonderes ist es jetzt auch nicht.
                                                                                                                                                           

Meine Meinung zum Buch

Die Idee, dass ein Grippeimpfstoff Mutationen bei Grippeviren auslöst, was unter anderem dazu führt, dass Männer und Frauen sich gegenseitig hassen und nicht mehr miteinander leben wollen und können, ja, sich sogar bis aufs Blut bekämpfen wollen, da sie sich gegenseitig als den Urheber allen Unglücks ansehen, ist als Grundidee sehr innovativ. Sie ist neu, abwechslungsreich und der Titel passt entsprechend den Konsequenzen super zum Inhalt des Buches. Allerdings erscheint mir eine solche Zukunftsvision doch recht abwegig und konstruiert. Man gewöhnt sich jedoch schnell daran und akzeptiert dieses Setting und lässt sich von der Spannung mitreißen.
Das verbotene Eden wurde ja sehr gehyped, es war überall zu sehen, in nahezu jedem Youtube-Video tauchte es bei den Booktubern auf und es kam sehr gut an. Bedauerlicherweise kann ich von mir selbst nicht sagen, dass ich vom Buch umgehauen worden bin. Ich fand es zwar sehr interessant, der Schreibstil von Thomas Thiemeyer ist leicht und fließend, sodass die Seiten nur so dahinplätschern, kein Satz wirkt gestelzt, allerdings hatte ich kein Mitleid mit dem Schicksal der einzelnen Charaktere. Weder mit dem vom David und Juna, noch mit dem der Menschen um sie herum. Nichts. Nada. Ich habe nicht mit ihnen mitgefühlt, mich höchstens gehässig über sie schlappgelacht. Insbesondere über den Mann mit der Augenklappe. Der tat mir ja sooooo leid. Nicht! Dass ich nicht mit den Charakteren mitfühlen konnte, liegt vermutlich daran, dass mir beide Gruppen in ihrer Haltung dem anderen Geschlecht gegenüber zu arrogant, zu herablassend und teilweise zu kleinkindmäßig waren, á la „Jungs/Mädchen sind doof!“. Das wiederrum hat mich wirklich gut unterhalten, da ich länger kein Buch mehr gelesen habe, bei dem ich zwischenzeitlich „Ja nee, is klar, was redest du da?“ oder „Du …“ gerufen hab und mich so richtig schön über die Aussagen der Charaktere aufgeregt habe.
Auch hatte ich beim Lesen das Gefühl, mehr in einem High Fantasy Roman zu stecken, was an der Art zu kämpfen, insbesondere der der Frauen und an der Darstellung der Religion und dem Umgang mit dieser lag, als in einer Dystopie, dabei ist Das verbotene Eden doch eine, oder? Das hat mich nicht gestört, allerdings verwirrt, da ich Schwierigkeiten hatte, das Genre zuzuordnen.
Ich habe ja bereits gesagt, dass ich mit den Charakteren nicht mitfühlen konnte. Auch mit den Hauptcharakteren bin ich nicht richtig warm geworden. Juna war mir, obgleich sie als bewundernswert starker Charakter auftritt, zu arrogant, so als ob nur sie wüsste, was richtig ist und als ob sie immer alles richtig machen würde und vollkommen fehlerlos sei. Und David war mir schlichtweg zu naiv mit seinem Urvertrauen. Die Szenen mit David und Juna, auch wenn man etwas länger auf die Liebesgeschichte warten muss, wirken so echt zur Geschichte, von Vorsicht über Skepsis hin zur Akzeptanz, absolut ohne Kitsch und Schmalz, Danke Thomas Thiemeyer, das hängt mir nämlich so langsam zum Hals raus. Sehr gefallen hat mir auch, dass die Perspektiven zwischen Juna und David hin und her gewechselt haben und dass die Liebesgeschichte sich nicht total in den Vordergrund gedrängt und alles andere verdrängt hat. Ich hatte das Gefühl, es geht mehr um die Geschehnisse zwischen den Männern und Frauen als um die Liebesgeschichte und das hat mir sehr gefallen.
Ein lustiger Aspekt der Gleichgeschlechtlichkeit in Das verbotene Eden ist die Heterophobie der Charaktere. Es war sehr unterhaltsam, dass der Sexualitätsspieß einmal umgedreht worden ist.
                                                                                                                                                          

Bewertung/Fazit

Sprache: 4/5
Unterhaltungswert/Faszination: 4/5
Nachdenklich gestimmt: 1/5
Überraschungswert, Einfallsreichtum: 3/5
Charaktere: 2/5
Länge, Schnelligkeit: 3/5
Illustration/Covergestaltung: 2/5

Insgesamt ein netter Einstiegsband mit einer sehr innovativen Idee. Ich hoffe, wir erfahren in den Folgebänden Logan und Gwen und Magda und Ben mehr über das Virus und den Grippeimpfstoff, der die Mutation des Virus erst ermöglicht hat.
Insgesamt bekommt Das verbotene Eden – David und Juna 19 Punkte und die Schulnote 3 von mir.


Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen dieses oder eines anderen Buches. =)
Herzliche Buchgrüße,
                                        Mary