Sonntag, 16. Februar 2014

Rezension: The fault in our stars (Das Schicksal ist ein mieser Verräter) - John Green

Infos

Einzelband von John Green, im Januar 2012 bei Dutton Juvenille erschienen.
Deutscher Titel: DAS SCHICKSAL IST EIN MIESER VERRÄTER im Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG erschienen, im Mai erscheint die TB-Ausgabe
                                                                                                                                                           

Inhalt

Die 16-jährige Hazel hat Krebs und findet Krebsbücher doof. Die Selbsthilfegruppe, die sie nur ihren Eltern zuliebe besucht, ist auch nicht ihr Fall, denn Hazel will kein Mitleid und steht nicht darauf, sich selbst und anderen die Wunden zu lecken. Auch ist sie, als potentieller Todeskandidat, nicht besonders erpicht darauf, neue Freundschaften zu schließen. Doch das ändert sich, als sie in ihrer Selbsthilfegruppe die Bekanntschaft von Augustus Waters macht. Augustus sieht nicht nur gut aus, er ist auch sehr intelligent und schlagfertig. Gus und Hazel freunden sich an, hören zusammen Musik, sehen sich Filme an und teilen ihre Leidenschaft zu Büchern. Trotz ihrer Krankheit und Unerfahrenheit in Sachen Liebe verlieben sie sich ineinander und Gus macht Hazels großen Traum wahr, gemeinsam nach Amsterdam zu fliegen, um Peter van Houten, den Autor ihres nun gemeinsamen Lieblingsbuches zu treffen und zu erfahren, wie es nach Ende des Buches mit den Charakteren weitergeht, bevor ihre eigene Geschichte endet.
                                                                                                                                                           

Meine Meinung

Ich mag Krebsbücher. Sie sind die traurigsten Bücher, die man lesen kann, denn selten geht die Geschichte für den Krebskranken gut aus und wenn, dann kommt einem genau das, was man sich für den Protagonisten so sehr wünscht, unrealistisch vor. Aber dennoch mag ich Krebsbücher. Sie sind ehrlich, weil sie uns nicht anlügen und ein Happy End illustrieren, dass es im wirklichen Leben für die betroffenen viel zu selten gibt. Sie sind wie das Leben selbst. Gemein. Herzerwärmend. Traurig. Aber auf eine spezielle Weise auch wunderschön. THE FAULT IN OUR STARS (DAS SCHICKSAL IST EIN MIESER VERRÄTER) ist ein ganz besonderes Krebsbuch, eines der besten und schönsten seiner Art. Es überzeugt mit wundervoll gewählten Worten, die dem Buch eine ganz besondere Schönheit und Anmut verleihen und mit Humor, der den erkrankten Protagonisten zum Glück nicht ausgeht, dafür aber an einigen Stellen schwarzer Galgenhumor ist. Aber ich mag diese Art sehr gerne, weswegen es mich nicht im geringsten gestört hat. Wer mit dieser Art des Witzes jedoch seine Probleme hat, würde dieses Buch wohl keineswegs als humorvoll bezeichnen.
Es gibt aber, wie es bei Krebsbüchern natürlich der Fall ist, auch einige traurige Stellen, die zu Tränen rühren können. Auch ich verspürte einige Male ein gewisses Stechen in den Augenwinkeln und einen Kloss im Hals, bin jedoch froh, dass bei mir keine Tränen geflossen sind, wie mir ursprünglich prophezeit worden ist.
Die Geschichte um Hazel und Augustus wirkt so real und authentisch, als würde John Green über Menschen schreiben, die wirklich leben. Ich habe mir beim Lesen viele Sätze markiert und Passagen mehrmals gelesen, weil THE FAULT IN OUR STARS voll von wunderschönen Sätzen und Weisheiten ist, die sich nicht nur auf Hazels und Augustus Leben beziehen lassen. So wahr und rein wie die geschriebenen Worte ist auch die Liebesgeschichte zwischen Hazel und Augustus. Ich mochte beide wirklich gern! Gus hat mich tief berührt, indem er seinen Wunsch dazu verwendet hat, Hazels Wunsch zu erfüllen und insbesondere sie ist ein Charakter, mit dem ich mich sofort identifizieren konnte. Nicht nur, weil ich als Bücherwurm auch versuchen würde herauszufinden, wie es mit den Figuren aus meinem Lieblingsbuch weitergeht, bevor meine eigene Geschichte endet und ich ihre nicht mehr erfahren kann, sondern weil ich wie sie auch Probleme hätte, meine Gefühle zuzulassen und mich in jemandes Herz zu stehlen, der mich unter Umständen sehr bald für immer verlieren würde und umgekehrt.
                                                                                                                                                           

Fazit

Die Liebesgeschichte von Hazel und Augustus ist die Schönste, die ich bisher lesen durfte. Beide Charaktere sind absolut realistisch und glaubhaft. THE FAULT IN OUR STARS überzeugt nicht nur durch diese Authentizität, sondern allein schon durch seine atemberaubende Wortwahl und den Schreibstil des Autors. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, denn wie ich aus meinem Freundeskreis weiß, drücken auch Leser, die keine Liebesgeschichten und/oder Krebsbücher mögen diesem Buch den Stempel „GENIAL“ auf. THE FAULT IN OUR STARS von John Green bekommt von mir volle 5 von 5 Herzen.

Freitag, 14. Februar 2014

Rezension: Crescendo (Bis das Feuer die Nacht erhellt) - Becca Fitzpatrick

Info

Deutscher Titel: Bis das Feuer die Nacht erhellt
2. Band einer vierteiligen Reihe, die bereits komplett auf Englisch erschienen ist und deren letzter Band im März auf Deutsch erscheinen soll.
                                                                                                                                                           

Inhalt/Klappentext

Alles könnte so schön sein: Nora ist endlich mit Patch, ihrem Schutzengel, zusammen, der sein Leben für sie geopfert hat. Aber statt verliebt und glücklich zu sein, zieht Patch sich immer mehr von ihr zurück. Außerdem träumt Nora nun häufig von ihrem Vater, der ermordet wurde und sie erhält Hinweise, dass Patch darin verwickelt war. Als sie mehr über die Vergangenheit erfährt, muss sie sich fragen, auf welcher Seite Patch wirklich steht…
                                                                                                                                                          

Meine Meinung

Ich liebe dieses Buch. Es war nicht nur mindestens genauso gut wie der erste Band, nein, der Autorin ist sogar eine Steigerung gelungen. Aber fangen wir am Anfang an. ;-)
Patch wird nicht mehr so übertrieben düster dargestellt, wirkt dadurch nicht mehr wie der unnahbare Badboy und ist meiner Meinung nach somit realistischer und greifbarer dargestellt. Das hindert ihn aber auch nicht daran, sich wie ein arroganter, wenig empathischer Macho-Chauvi zu benehmen.
Nora hat einen riesigen Entwicklungssprung gemacht. Zwar ist sie immer noch etwas unsicher und reagiert in mancher Hinsicht unangemessen eifersüchtig, aber sie verfällt nicht mehr in dieses irrationale Handlungsmuster aus „Ich weiß, dass ich das nicht tun sollte und oh nein, das ist so gefährlich, ich sollte es wirklich nicht tun, aber ich tu es trotzdem“, sondern steht endlich mal für sich selber und ihre Interessen ein. In Band 2 gibt es Dinge, über die sie unbedingt die Wahrheit herausfinden muss und sie handelt dementsprechend, nimmt das Zepter selber in die Hand und operiert auf eigene Faust anstatt darauf zu warten, dass alle Antworten zu ihr geflogen kommen oder sie an der Hand genommen wird und ihr jemand sagt, was sie tun muss. Zu Beginn des Buchs hat sie mich an einer Stelle an Bella aus der Biss-Reihe erinnert, denn Nora tut etwas, das man als gefährlich einstufen kann, damit Patch kommt, um sie vor diesen Schwierigkeiten zu bewahren. Nicht sehr erwachsen für jemanden, der von sich behauptet, so vernünftig zu sein. Das nervige unreife Verhalten und kindische Eifersuchtsnummern halten auch noch eine Weile an und Nora tut ein paar Dinge allein in der Hoffnung, dass Patch anwesend sein würde, was ich a) etwas traurig fand, weil es nicht zu ihrem übrigen Verhalten, dass sie tougher und eigenständiger erscheinen lässt, passt und b) empfand ich es als typisch Teenager, was Nora wiederum authentischer gemacht hat, weil es zu ihrem Alter und ihrer Figur passt. Und selbst wenn man vor dem Buch sitzt und denkt „Nora, warum machst du das?“, wen man mal überlegt, hat wohl jeder schon mal etwas gemacht, nur um einen anderen zu beeindrucken oder weil man wusste, diese Person würde auch dort sein. An Noras Darstellung hat mir noch eine Kleinigkeit besonders gut gefallen: Man spürt, wie sehr sie unter dem Verlust ihres Vaters leidet, dass sie immer noch trauert und obwohl sie in diesem Band dabei zu sein scheint sich in eine Kick-Ass Heldin zu entwickeln, bleibt sie dennoch ein verletzliches junges Mädchen, das trauert.
Wenn die Geschichte so richtig in Fahrt kommt und immer düsterer und verworrener wird, wirkt sie stellenweise wie im Film. Wir haben Abwege in die Kriminalität, geheime Schleich- und Raubaktionen und sogar Schießereien und Explosionen! An Spannung fehlt es CRESCENDO/BIS DAS FEUER DIE NACHT ERHELLT also wirklich nicht. Nach circa Dreivierteln des Buches gibt es das, was jeder Leser liebt: eine (unerwartete) Wendung, die noch einmal alles ordentlich auf den Kopf stellt. Diese sorgt noch einmal für Spannung und dafür, dass der Leser am Buch kleben bleibt und unbedingt wissen will, wie es ausgeht. Der (sehr) aufmerksame Leser dürfte aber bereits vorher 2 und 2 zusammengezählt haben und auf ein paar Ungereimtheiten in der Gleichung und somit auf einen Verdacht gekommen sein, dennoch schadet das dem Buch nicht, denn die Spannung bleibt dennoch konstant auf einem hohen Level.
Großer Minuspunkt des 2. Bandes: Er endet mit einem Cliffhanger. Und dieser Cliffhanger ist von der Sorte, bei dem man ganz laut „WAAAAAAAAAAS???“ schreien und sich die Haare raufen könnte. Wer mit Cliffhangern gar nicht kann, der sollte sich überlegen, ob er Band 3 nicht gleich parat legen will.
                                                                                                                                                          

Fazit

Band 2 hat Band 1, den ich schon super fand, sogar noch übertrumpft, was die Spannung und Verwicklungen betrifft. Für mich ist jedoch ein Manko, dass ein Großteil des Buches von blödem Teenieverhalten dominiert wird, bei dem es darum geht, den anderen eifersüchtig zu machen und zu demonstrieren, wie gut man es ohne ihn hat. Das ist a) dumm und funktioniert nicht und b) hat es mich so genervt, dass es viel von dem Lesevergnügen ruiniert hat. Die Spannung, die später im Buch hochkocht, tröstet darüber allerdings ziemlich gut hinweg und ich kann euch das Buch wärmstens ans Herz lesen. Apropos, CRESCENDO / BIS DAS FEUER DIE NACHT ERHELLT bekommt davon 4.

Sonntag, 9. Februar 2014

Rezension: Where She Went - Gayle Forman

Infos

2. Teil zu WENN ICH BLEIBE und spielt 3 Jahre nach dessen Ereignissen
Deutscher Titel: LOVESONG
                                                                                                                                                         

Inhalt/Klappentext

Das Ende seiner großen Liebe zu Mia droht Adam am Leben zerbrechen zu lassen. Unruhig, leer, ausgebrannt fühlt er sich, trotz seines sensationellen Erfolgs als Rockstar, denn Mia hat ihn ohne ein Wort der Erklärung verlassen. Als er wie durch ein Wunder von einem Konzert erfährt, das Mia, die inzwischen eine gefeierte Cellisten geworden ist, in New York gibt, will er nur eines: sie wiedersehen. Noch in derselben Nacht finden beide den Mut sich auszusprechen, sich auszusöhnen und sich doch wieder zu trennen, um eigene Wege zu gehen. Da hört er, wie eine Stimme seinen Namen ruft …
                                                                                                                                                         

Meine Meinung

Wer eine zu tränenrührende, emotional mitreißende Geschichte wie bei WENN ICH BLEIBE erwartet, dürfte von LOVESONG enttäuscht sein. Die Gefühle werden nicht auf die wunderschöne Art und Weise wie im ersten Band dargestellt und sequenzweise ist das Buch langatmig und reißt nicht gerade mit.
Adam ist abgestürzt, er benimmt sich daneben, man mag ihn anfangs nicht und fragt sich, wie aus dem netten Jungen so ein Idiot werden konnte. Das Gefühl schlägt aber bald in Mitleid um und man fragt sich, was Schlimmes zwischen ihm und Mia vorgefallen sein muss, dass es ihm nun so geht und er sich so verhält. Jedoch entwickelt er sich im Laufe des Buchs. Seine harte „Böser-Junge“ Art verschwindet, er taut auf und sein darunter verborgen gehaltenes gebrochenes Herz kommt zum Vorschein.
Das Mitgefühl, dass ich für Adam empfand, hatte ich für Mia nicht. Ich fand sie sichtlich unsympathisch und konnte sie überhaupt nicht verstehen. Die Art und Weise, wie sie sich von Adam getrennt hat, war absolut feige und grausam und ich fand es einfach unglaublich, wie sie so normal mit Adam reden konnte, als ob rein gar nichts zwischen ihnen gewesen wäre und als hätte sie sich nicht so verhalten, wie sie es nun mal getan hat. Die Erklärung dafür, die der Leser erst nach circa 70% des Buches bekommt, war für mich schwer nachvollziehbar, aber vielleicht muss man dazu auch in Mias Haut stecken? (was ich niemandem wünsche!) Die „Erklärung“, die sie Adam gibt, fand ich nicht nur schwer nachvollziehbar, sondern auch feige und ganz schön unfair, denn schlussendlich ist wer schuld? Genau, Adam! Und warum ist Adam schuld? Weil er, wie SO VIELE MENSCHEN in Mias Leben wollte, dass sie bleibt. Dass das aber immer noch IHRE Entscheidung war, zu gehen oder zu bleiben, egal wie viele Menschen sie um das Eine bitten, scheint die gute Mia vorübergehend vergessen zu haben. Schwach. Wirklich schwach.
Nach allem, was also bis zu diesem Punkt in LOVESONG geschehen ist, hätte ich ein anderes Ende erwartet als das, was Gayle Forman uns gibt. Ich war also zumindest in diesem Punkt positiv überrascht.
Positiv finde ich auch den Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit, sodass wir Häppchenweise mehr über die Beziehung zwischen Adam und Mia erfahren und so die Puzzleteile ihrer Beziehung nach und nach zusammensetzen können. Auch wenn es nicht wie in WENN ICH BLEIBE war, so waren diese Stellen doch besonders schön, denn sie erinnern den Leser an das, was Adam und Mia in WENN ICH BLEIBE hatten und schafft es somit zumindest einen Hauch der Intimität und Intensivität des ersten Bandes in den 2. Teil der Dilogie  zu transportieren.
                                                                                                                                                         

Fazit

3 Herzen gehen an LOVESONG von Gayle Forman. Es handelt sich um eine nette, schöne Liebesgeschichte über Gefühle, Trennung, Trauer und Wiedersehen, rührt allerdings keineswegs zu Tränen wie der Vorgänger und lässt den Leser auch nicht so an den Seiten kleben wie WENN ICH BLEIBE, ist aber auf jeden Fall lesenswert – vor allem für alle, die wissen wollen, wie es mit Adam und Mia nach WENN ICH BLEIBE weitergeht.

Donnerstag, 6. Februar 2014

Rezension: The Future of Us - Jay Asher & Carolyn Mackler


Info und Cover

 
Einzelband
Deutscher Titel: WIR BEIDE IRGENDWANN
Das Cover ist sowohl im Englischen als auch im Deutschen knallig, um nicht zu sagen augenkrebserzeugend gestaltet. Wer die Farbkombination nicht mag, sollte sich jedoch nicht davon abschrecken lassen, denn ansonsten könntet ihr eine tolle Geschichte verpassen!
                                                                                                                                                           

Inhalt/Klappentext

Josh und Emma sind schon ihr ganzes Leben lang Nachbarn. Fast genau so lang sind sie schon beste Freunde – zumindest waren sie das bis letzten November, als sich alles veränderte. Seitdem ist es merkwürdig zwischen ihnen, aber als Joshs Familie eine kostenlose AOL CD-ROM bekommt, sorgt seine Mutter dafür, dass er sie Emma bringt, damit sie über den PC, den sie von ihrem Vater geschenkt bekommen hat, ins Internet gehen kann. Als sich die beiden einloggen, entdecken sie Facebook – eine Social Network Seite, die erst Jahre später entwickelt werden wird und entdecken ihre Profile – 15 Jahre in der Zunkunft!
Joshs Leben könnte besser nicht sein, doch Emma ist unzufrieden mit dem, was ihr 15 Jahre älteres Ich auf Facebook über ihr Leben verrät. Sie beginnt, durch bewusste Veränderungen in der Gegenwart ihre Zukunft zu beeinflussen – und lässt dabei außer Acht, dass ihre Handlungen auch andere Menschen betreffen und eine Kettenreaktion in Gang setzen …   
                                                                                                                                                          

Meine Meinung

Das Buch ist wirklich unterhaltsam. Vor allem Facebook-Skeptiker kommen auf ihre Kosten, denn Facebook wird mit einigen Seitenhieben auf die Schippe genommen, beispielsweise, dass doch niemand 320 Freunde haben könne oder indem gezeigt wird, dass einige User wirklich alles posten, auch was sie essen. (Da frag ich mich jedes Mal, wenn zum Geier das interessiert.)
Die Schreibstile der beiden Autoren harmonierten super, ich hatte beim Lesen nicht das Gefühl, dass sie sich großartig voneinander unterschieden und hatte eher das Gefühl, nur einem Autor zu folgen, auch wenn die Sichtweisen zwischen Emma und Josh wechseln.
Betrachten wir die Charaktere, war mit Josh sympathischer als Emma und das, obwohl ich sein „bloß nicht die Zukunft verändern“ anfangs ähnlich wie Emma als selbstsüchtig empfand, weil ich den Eindruck hatte, ihm ginge es nur darum, seine wunderbare Zukunft zu erhalten. Aber da hat a) natürlich jeder ein Recht drauf und b) hat sich dieser Eindruck schnell revidiert. Josh stellt nämlich ganz richtig klar, dass die Veränderungen, die Emma an ihrem Leben vornimmt, auch andere Menschen und ihre Leben betreffen können, zum Beispiel jemand, der von der Beziehung eines anderen beeinflusst wurde. So war es auch sehr interessant, sich zu überlegen, wie jede noch so kleine Handlung, wie das Ausleeren einer Blumenvase auf dem Teppich, alles verändern kann. Emma sieht das lange Zeit nicht ein und will, was man auch verstehen kann, unbedingt das perfekte Leben führen. In dieser Hinsicht sind beide Protagonisten Heuchler und verfolgen eine Doppelmoral. Beide wollen das perfekte Leben für sich und es ist ihnen egal, wie sich ihre Handlungen auf das Leben des jeweils anderen auswirken. Besonders schlimm ist dabei aber Emma, die Josh ihre eigenen Fehler vorwirft und meint, es sei natürlich alles seine Schuld und sie sei doch gar nicht so schlimm. Ich möchte sie erst wieder gegen Ende des Buches, als sie endlich aufgehört hat sich wie eine Zicke zu benehmen und sich ihre Gefühle für Josh eingestanden hat und sich und ihr Verhalten ändert. Aber das hat mir viel zu lange gedauert, denn als ich an dieser Stelle ankam, war das Buch nicht mehr sonderlich dick.
Das Buch hörte sich inhaltlich sehr spannend an, war dann aber auf das ganze Buch verteilt nicht besonders spannend. Die Spannung steckt vor allem im Anfang des Buches, bevor der Leser erfährt, was im November zwischen den einst so engen Freunden vorgefallen ist und als die ominöse Facebook Seite entdeckt wird und die beiden merken, dass sie gezielt Einfluss auf ihre Leben in 15 Jahren nehmen können. Danach flachte die Spannung aber deutlich ab, interessant blieb das Buch aber allemal, allerdings wurde Emmas Charakter auch in diesem Teil zickig und unfair gegenüber Josh, was einen unangenehmen Beigeschmack hinterlassen und mich einige Male mit den Augen hat rollen lassen.
                                                                                                                                                          

Fazit

Eine amüsante Geschichte über Liebe und Freundschaft mit den gewohnten Höhen und Tiefen eines solchen Romans. Der Geschichte fehlt die anfänglich aufkommende Spannung, ist aber sehr interessant. Es erinnert an die „alten Zeiten“ bevor das Internet populär wurde und Facebook erfunden wurde. WIR BEIDE IRGENDWANN bekommt von mir 4 von 5 Herzen.

Sonntag, 2. Februar 2014

Rezension: Sonea - Die Heilerin von Trudi Canavan

Dies ist der 2. Band einer Trilogie, die bereits komplett auf Deutsch erschienen ist. Also, weiterlesen auf eigene Gefahr. ;)
                                                                                                                        

Infos


Originaltitel: The Rogue
Erscheinungdatum: Mai 2011
Verlag: Penhaligon, blanvalet
Seitenzahl: 576
Gebunden: 19,99€
Broschiert: 13,00€
Taschenbuch: 9,99€ (März 2014)
kindle: 9,99€
Hörbuch (gekürzt): 19,99€
 
                                                                                                                          

Inhalt/Klappentext

Lorkin, Sohn der Schwarzmagierin Sonea, lebt gegenwärtig mit den sachakanischen Rebellen, den Verräterinnen. Er versucht dort, mehr über die Fähigkeit, magische Steine zu erschaffen, herauszufinden, gleichzeitig muss er jedoch mit allen Mitteln versuchen, sein Wissen über die Heilkunst vor ihnen verborgen zu halten, denn es ist weder seine Entscheidung, ihnen dieses Wissen mitzuteilen, noch kann er ihnen durch dieses Wissen eine mächtige Waffe im Falle eines Krieges in die Hände legen.
Seine Mutter Sonea ist unterdessen immer noch auf der Suche nach dem abtrünnigen Magier, der für die Ermordung der Diebe und Cerys Familie verantwortlich ist und das Leben ihres Freundes aus Kindertagen bedroht. Ein Mord an einem Magier, mit schwarzer Magie begangen, verlangt jedoch nach ihrer vollen Aufmerksamkeit, denn soweit die Gilde weiß, kommen dafür nur zwei Tatverdächtige in Betracht: Schwarmagier Kallen, dessen Alibi jedoch wasserdicht ist sowie Sonea selbst. Gibt es etwa noch mehr Schwarzmagier in Kyralia?
                                                                                                                        

Zum Titel

Ich finde weder den englischen, noch den deutschen Titel 100% passend. The Rogue setzt den Fokus zu stark auf die Jagd nach dem wilden Magier, Die Heilerin setzt den Fokus aber zu sehr auf Soneas Heilertätigkeiten in den Hospitälern und ihrem früheren Wunsch, die Heilkunst als magische Disziplin zu wählen. Dies umfasst aber nur einen geringen Teil des Buches. Jedoch passt DIE HEILERIN etwas besser, weil die Heilkunst einen der Schwerpunkte des Buches und der Trilogie bildet, denn die Heilkunst ist das, was die Verräterinnen von Lorkin lernen wollen. Jedoch sind meiner Meinung nach beide Titel nicht ausreichend, dem Leser mit wenigen Worten zu zeigen, dass teil 2 ein tolles Buch ist, besser noch als Teil 1 und unbedingt gelesen werden MUSS.
                                                                                                                        

Meine Meinung

Spätestens jetzt zählt TRUDI CANAVAN zu meinen Lieblingsautorinnen. Mit dem zweiten Band der SONEA-Trilogie hat sie mich wieder restlos begeistern können. Diesmal interessierte mich auch Lorkins Geschichte weitaus mehr als noch in Band 1und ich verfolgte die Geschehnisse in Sachaka bei den Verräterinnen mit ebenso viel Interesse wie Soneas Jagd nach dem wilden Magier und dem neuen Schwarzmagier. Lord Dannyl und seinen Erlebnissen konnte ich anfangs jedoch nicht viel abgewinnen. Wie schon im ersten Band schien seine Perspektive die Geschehnisse weder voranzutreiben, noch zu den Ereignissen beizutragen. Das ändert sich jedoch spätestens im letzten Drittel des Buches. Ab da hatte ich nicht mehr das Bedürfnis, beim Wechsel zu ihm nur quer zu lesen oder die Seiten gar zu überspringen, sondern habe diese Zeilen mit ebenso viel Interesse gelesen wie jede andere Zeile aus der eines anderen Charakters auch.
In diesem Band kommen weitere Charaktere hinzu und ich hoffe, dass einige von ihnen uns auch durch den letzten Band der Trilogie begleiten werden. Lilia ist ein ebenso liebenswerter Charakter mit Identifikationspotential wie Sonea. Apropos Sonea: Mir hat besonders gut gefallen, dass TRUDI CANAVAN uns in diesem Band mehr an der Gefühlswelt von Sonea teilhaben lässt, ihren Gefühlen und Gedanken fernab von der Jagd nach dem wilden Magier und dem Schwarzmagier. Sonea macht sich Gedanken, ob sie wieder bereit für eine Beziehung ist. Schön, dass die entsprechenden Szenen zeigen, dass Liebe nicht nur ein Thema bei Jugendlichen ist, sondern dass auch Menschen über 30 noch ein Anrecht auf ein erfülltes Liebesleben haben. *thumps up*Dabei merkt man auch, dass sich Sonea in all den Jahren nicht gravierend verändert hat, denn sie denkt noch genauso wie die junge Frau aus der Trilogie DIE GILDE DER SCHWARZEN MAGIER.
Auch SONEA – DIE HEILERIN ist spannend, faszinierend, packend und fesselnd. Die Informationen über die Gesellschaftsstruktur, Hierarchie und Vorgehensweise innerhalb der Rebellengruppierung der Verräterinnen sind ebenfalls sehr interessant und aufschlussreich. Wie immer überzeugt auch der Schreibstil der Autorin. Die Seiten fließen nur so dahin, weil sich die Worte einfach schön lesen lassen. Kennt ihr das, wenn ihr die Wortwahl nicht näher beschreiben könnt, ihr ihn aber einfach „schön“ findet? Fließend, leicht, nicht zu komplizierte Satzstrukturen, aber auch keine 0815-Schreibweise, die nur aus Subjekt, Verb, Objekt besteht.
                                                                                                                        

Fazit

SONEA – DIE HEILERIN bekommt von mir 4 von 5 Herzen. Ich habe förmlich an den Seiten geklebt und ab einem bestimmten Punkt waren sämtliche wechselnde Erzählperspektiven gleich interessant und trugen gleichermaßen zum Vorantreiben der Handlung bei. Die Charaktere sind gewohnt liebenswert, die Bösen verachtenswert und Lorkin entwickelt sich emotional weiter. Allerdings stört mich immer noch, dass die Art und Weise, wie Akkarin schwarze Magie erlernt hat, anders als in DIE GILDE DER SCHWARZEN MAGIER dargestellt und zur Grundlage dieser Trilogie gemacht wird. :-/