Dienstag, 25. März 2014

Buchverfilmungen


Immer mehr Bücher werden verfilmt, was ich prinzipiel echt toll finde, denn in der Regel werden ja nur ziemlich gute Bücher verfilmt. Ich hinke was dieses Thema anbelangt bedauerlicherweise meilenweit hinterher, weil ich ungern Filme sehe, bevor ich die entsprechenden Bücher gelesen habe. Da es neuerdings immer wieder vorkommt, dass in einem Film bereits Spoiler von Folgebänden enthalten sind, lese ich meist ersz alle bis dato erschienenen Bücher der Reihe/Trilogie, was erklären dürfte, wieso ich so hinterherhänge. Allerdings möchte ich, wenn ich die Kinotrailer im Fernsehen sehe, wirklich gerne die Filme sehen. Als ich heute im TV den Trailer zu DIE BESTIMMUNG - DIVERGENT gesehen habe, habe ich mich dazu entschieden, endlich aufzuholen. Deshalb werde ich jetzt so viele verfilmte Bücher lesen, wie möglich, mir dann die Filme anschauen und euch hier die entsprechenden Buch vs. Film Vergleiche liefern. =)

Hier sind die Filme und Bücher:
1. Percy Jackson im Bann des Zyklopen vs. Percy Jackson - The Sea of Monsters (Rick Riordan) [Buch wird gerade gelesen]
2. City of Bones - Chroniken der Unterwelt vs. City of Bones (Cassandra Clare)
3. Die Tribute von Panem - Catching Fire vs. Catching Fire (Suzanne Collins) [Reread zum besseren Vergleich]
3. Vampire Academy vs. Vampire Academy (Richelle Mead)
4. Die Bestimmung - Divergent vs. Divergent (Veronica Roth)

Wenn euch noch weitere Bücher einfallen, die (aktuell) verfilmt wurden und deshalb in diese Kategorie gehören, immer her damit. =) THE HUNGER GAMES habe ich bereits gelesen und den Film auch gesehen, ebenso wie den ersten Percy Jackson Film, der auch erst kürzlich im TV gezeigt wurde. DIE BÜCHERDIEBIN habe ich vor ein paar Tagen beendet und bin schon auf dne Film gespannt. =)

Sonntag, 23. März 2014

Rezension: The Hunger Games (Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele) - Suzanne Collins

Infos

Band 1 einer Trilogie, bereits vollständig erschienen (Englisch und Deutsch), Oktober 2008 bei Scholastic Press erschienen
Autorin: Suzanne Collins
Deutscher Titel: Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele, Juli 2009 im Oetinger Verlag erschienen
                                                                                                                          

Inhalt

In dem Land, das früher einmal als Nordamerika bekannt war und nun Panem heißt, regiert das Kapitol mit eiserner Hand. In den meisten der zwölf Distrikten kämpfen die Menschen tagtäglich ums Überleben. Um seine Macht zu demonstrieren und die Bewohner Panems daran zu erinnern, dass bereits einmal ein Aufstand der Distrikte zur Auslöschung von Distrikt 13 geführt hat, werden jedes Jahr die sogenannten Hungerspiele abgehalten. Die Hungerspiele sind eine Art Gladiatorenkampf. Aus jedem Distrikt werden ein Junge und ein Mädchen im Alter von 12 bis 18 Jahren ausgelost und müssen in die Arena. Insgesamt werden 24 Tribute entrichtet, die sich in einer eigens dafür erbauten Arena bis zum Tode bekämpfen müssen. Denn nur ein Tribut kann als Sieger daraus hervorgehen.
In Distrikt 12 lebt die 16-jährige Katniss Everdeen. Seit dem Tod ihres Vater sorgt sie für ihre Mutter und ihre kleine Schwester Prim, indem sie illegaler Weise hinter dem Zaun von Distrikt 12 jagen geht, um das Überleben ihrer Familie zu sichern. Als dann bei der Ernte Prims Name gezogen wird und ihre 12-jährige Schwester in die Arena geschickt werden soll, gibt es für Katniss nur eines zu tun: Sie tritt an die Stelle ihrer Schwester und geht in die Arena, auch wenn das ihren sicheren Tod bedeuten kann. Und dann ist da auch noch Peeta, der zusammen mit Katniss in die Arena geschickt wird und der ihr schon einmal das Leben gerettet hat…  
                                                                                                                          

Meine Meinung

Ich liebe dieses Buch! Ich konnte und wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen, es hat absoluten Suchtfaktor und das ganz gleich ob man es zum ersten, zweiten oder zehnten Mal liest. Ich bin froh gewesen, dass ich mir damals gleich den englischen Schuber der Trilogie gekauft habe!
Wie kann ein einziges Buch nur so spannend sein? Vor allem: Wie will man das hohe Niveau in den Folgebänden noch überbieten und nicht abfallen lassen? Spätestens in der Arena wird kein Leser das Buch mehr freiwillig aus der Hand legen wollen.  Man konnte Katniss Dilemma direkt nachvollziehen. Man liest, was sie bereits erlebt hat und was ihr in der Arena wiederfährt und will, dass sie wieder nach Hause zu ihrer Familie kommt, aber dann ist da noch Peeta. Der soll auch nach Hause kommen. Vor allem will man nicht, dass Katniss diejenige ist, die ihn töten muss.
Die Hungerspiele sind modernste Gladiatorenkämpfe. Die Technologie, die eingesetzt wird, um es für die Zuschauer auf sadistische Art spannend und unterhaltsam zu halten, sind die Löwen und anderen wilden Tiere, die im alten Rom in die Arena gelassen wurden, um die Gladiatoren zu töten. Und dann sind da noch die eigentlichen Gegner, die anderen Tribute. Beim Lesen habe ich immer wieder inne gehalten, weil ich nicht glauben konnte, wie kaltblütig und grausam einige von ihnen sind, die sogenannten Karrieretribute, die sich sogar freiwillig melden, weil es für sie eine Ehre ist, 23 andere unschuldige Menschen abzuschlachten. Das spiegelt die Haltung des Kapitols gut wieder. Das Kapitol ist grausam und jeder ist ausschaltbar.
Zeitweilig musste ich auch an Big Brother denken, da die Hungerspiele im Fernsehen übertragen werden. Jeder Moment in der Arena wird gefilmt, die Tribute stehen unter ständiger Beobachtung und sind nie alleine. So müssen sie auch stets darauf achten, wie sie sich präsentieren, wie bei einer Castingshow, um die Gunst der Zuschauer und damit von Sponsoren, die ihnen nützliche Dinge in die Arena, wie zum Beispiel Arznei oder Nahrung, schicken, zu gewinnen.
Das leitet über zu der Liebesgeschichte. Die Liebesgeschichte zwischen Katniss und Peeta. Eine Liebesgeschichte, die wie eine Blume langsam und allmählich erblüht. Doch diese Blume wurde zunächst auf strategischem Boden gesät, als Schauspiel für die Zuschauer und Sponsoren, um deren Gunst zu gewinnen. Zumindest von Katniss Seite aus. Katniss wagt nämlich zunächst überhaupt nicht, an Peeta zu denken, da ihre Gefühle ihr die Sicht vernebeln könnten. Wieso sollte sie sich auch etwaigen Gefühlen für Peeta stellen, wenn doch nur einer von ihnen wieder nach Hause kommen kann? Katniss ist unsicher. Sind ihre Handlungen nur für die Kameras und Zuschauer oder empfindet sie mehr für Peeta?
Der Schreibstil passt sehr gut zu Katniss Persönlichkeit, denn er ist nüchtern gehalten. Ohne Kitsch und Schmalz und sehr handlungsorientier, so wie Katniss selbst. Wenn man also etwas über Katniss Emotionen herausfinden will, dann muss man ihre Handlungen betrachten. Das Ausbleiben von inneren Monologen über ihre Gefühle zeigt auch sehr deutlich, dass Katniss eine Protagonistin ist, die ihre Gefühle unter Verschluss hält, die denkt, dass das Eingestehen romantischer Gefühle oder sogar jeglicher Gefühle sie schwach macht, ob nun bei Verhandlungen auf dem Hob in Distrikt 12 oder in der Arena. Indem sie ihre Gefühle unter Verschluss hält, vielleicht sogar keine Gefühle zulässt und sich verbietet, auch nur darüber nachzudenken, ob sie tiefere Gefühle für jemanden hegt, wird es ihr möglich, die tapfere und erwachsene Person zu sein, die schon früh die Verantwortung für ihre Familie übernehmen musste. Ich denke, ansonsten wäre sie an der Verzweiflung zerbrochen.
                                                                                                                         

Fazit

5 von 5 Herzen gibt es für THE HUNGER GAMES / DIE TRIBUTE VON PANEM – TÖDLICHE SPIELE von Suzanne Collins. Es ist das spannendste Buch, dass ich seit längerem gelesen habe, ich habe an jeder einzelnen Zeile geklebt, so mitreißend ist das Buch. Katniss ist eine toughe Protagonistin, ein richtiger Kickass-Charakter und trotz des eher nüchternen Schreibstils der Autorin steckte ich so tief in der Welt von Panem drin als würde ich zusammen mit Katniss auf dem Baum in der Arena hocken oder vor Wand aus Feuer weglaufen. Es ist eines der besten Bücher, das ich seit langem gelesen habe und ich kann es jedem, der es noch nicht gelesen haben sollte, wärmstens ans Herz legen!

Rezension: Prodigy (Legend - Schwelender Sturm) - Marie Lu

Infos

Band 2 einer Trilogie, Januar 2013 bei Putnam Juvenile erschienen, auf Englisch bereits vollständig erschienen ist
Autorin: Marie Lu
Deutscher Titel: Legend – Schwelender Sturm, September 2013 im Loewe Verlag erschienen
                                                                                                                          

Inhalt

Day und June haben Las Vegas erreicht und finden Hilfe und Unterschlupf bei den Patrioten. Days Bein ist schwer verletzt und nur sie können ihm helfen, denn Day und June sind weiterhin auf der Flucht vor der Republik. Die Nachricht vom Tod des alten Elektors und des Amtsantritts seines Sohnes Anden kommt völlig unerwartet und stellt die Ereignisse auf den Kopf. Anden ringt darum, die Bevölkerung der Republik hinter sich zu bringen und auch der Senat begegnet ihm mit Gegenwind. Als Gegenleistung für Days Behandlung müssen sich June und Day den Patrioten anschließen – und bei der Ermordung des neuen Elektors die Hauptrollen spielen. Doch etwas stimmt nicht. Was ist, wenn Anden gar nicht wie sein Vater ist, sondern die Republik zum Besseren verändern will? Was ist, wenn die Patrioten sich irren?
                                                                                                                          

Meine Meinung

Auch auf die Gefahr hin, dass ihr mich köpft: Ich fand PRODIGY / SCHWELENDER STURM lahm, vorhersehbar und daher langweilig. Stellenweise wurde es wieder spannend. Das Drama am Ende MUSSTE natürlich noch sein, wo sind wir hier, in einer Soap? Und Day erweist sich am Ende erneut als der noble, gutherzige Kerl, der sich in dieser Situation wie ein Riese von einem Idioten benimmt und einen schweren Fehler begeht. Mal ehrlich, wenn die Wahrheit ans Licht kommt, wird es nur noch schmerzhafter für June, als es ihr direkt zu sagen, das ist doch wohl logisch. *grummel* Während andere nach diesem Ende also sofort den dritten Band herbeisehnen, teile ich dieses Bedürfnis nicht. Der zweite Band der Legend Trilogie hat bei mir nicht gut abgeschnitten. So, ich ziehe mich nun in meinen Schützengraben zurück und ihr könnt mit dem Schießen beginnen. ;)
Ich fand die Streitereien zwischen June und Day nervenaufreibend, weil June nicht in der Lage ist, das auszudrücken, was sie eigentlich meint und damit alles nur noch schlimmer macht. Und, entschuldige mal Day, du KANNST es ihr nicht zum Vorwurf machen, dass sie in eine Familie mit viel Geld hineingeboren wurde, das ist ungefähr so logisch wie jemanden dafür anzufeinden, dass er 1,70m groß ist und du nicht. Da kann sie doch nichts für! Daher empfand ich die Streitereien über Geld vollkommen unnötig! Und wie er ihr die Schuld am Tod seiner Familie gibt … Einerseits kann ich es nachvollziehen, andererseits aber auch nicht, Sie hat nicht den Abzug der Waffe gedrückt und was sein Bruder getan hat, hat dieser aus freien Stücken getan. Ich finde, dass man ihr dafür nicht die Schuld geben kann. Natürlich, die hat ihn in Band 1 in die Falle gelockt, aber sind Eltern etwa schuld, wenn ihr Kind betrunken Auto fährt und jemanden dabei verletzt, nur weil sie das Auto angeschafft haben?
PRODIGY / SCHWELENDER STURM hat mir auch deshalb nicht gefallen, weil ich Liebesdreiecke mittlerweile wohl einfach über habe. Ja, Liebesdreiecke im Plural. Und dann auch noch so unglaublich erzwungene. Day und Tess. Im Ernst?! Ich hatte in LEGEND den Eindruck, dass BEIDE geschwisterlich miteinander umgehen und dass da auf keiner Seite romantische Gefühle vorhanden sind. Tess Eifersucht auf June wirkte auch so kindisch und gekünstelt, dass ich ihr liebend gern einen Apfel in den Mund gesteckt hätte. Und das andere Liebesdreieck? Das ist zwischen June und Anden, dem jungen Elektor. Da hatte ich zwischendurch ja noch den Gedanken, dass es bei ihnen eigentlich passen könnte, denn die beiden sind sich von ihrem gesellschaftlichen Stand her näher als June und Day und von daher gibt es zwischen ihnen keine blödsinnigen Streitereien „Deine Familie hatte Geld, du bist in eine Familie mit Geld hineingeboren worden, deswegen bist du ein schlechterer Mensch als ich und du hast keine Ahnung und darfst nicht mitreden“-bla. *grr* Warum ich aber zu dem Schluss gekommen bin, dass es nicht passt? Weil die Autorin sehr deutlich macht, dass es für June nur Day gibt und für Day nur June. Ob sich das zweite Liebesdreieck in CHAMPION vielleicht noch vertieft? Hm, vielleicht sollte ich doch den nächsten Band jetzt lesen … Warum gibt es eigentlich dieses Liebesdreieck? Weil June zurück in die Republik muss, sie soll sich das Vertrauen von Anden erschleichen und ihn dann in die tödliche Falle locken. Wer wäre dafür auch geeigneter als das Wunderkind, der „Prodigy“ der Republik?
In diesem Band wird über die Grenzen der Republik hinausgeschaut, was wirklich interessant war und vor allem hat es mich gefreut, dass die Charaktere einmal sehen, dass von 2 Optionen die 2. nicht notwendigerweise eine wesentlich bessere ist.
                                                                                                                          

Fazit

Ok, der 2. Band der Trilogie ist spannend und hat Action, das lässt sich nicht bestreiten. Aber mir war das nicht genug, mir war dieser Teil der Trilogie dennoch zu vorhersehbar und ich habe mich gelangweilt, während ich darauf wartete, dass den übrigen Charakteren ebenfalls das besagte Licht aufgeht. An Band eins reicht der Nachfolger NICHT heran. Ein Liebesdreieck war zu viel, weil es schlichtweg unglaubwürdig war und das Ende war mir zu viel Drama, als ob die Autorin unbedingt etwas schreiben wollte, das die Leser schockiert und „Oh mein Gott, was wird nur als nächstes passieren, wie wird es weitergehen, ich muss den 3. Band lesen, ich kann kein Jahr warten, ich sterbe vor Spannung und Neugierde“ denken lässt.
PRODIGY / SCHWELENDER STURM bekommt 3 von 5 Herzen.

Rezension: The Traitor Spy Trilogy 3: The Traitor Queen (Sonea 3 - Die Königin) - Trudi Canavan

Infos

3. und letzter Band einer Trilogie, des Sequels zur Trilogie DIE GILDE DER SCHWARZEN MAGIER, im August 2012 bei Orbit erschienen
Autorin: Trudi Canavan
Deutscher Titel: Sonea – Die Königin, November 2012 im Penhaligon Verlag erschienen
                                                                                                                         

Inhalt

Lorkin wurde von den sachakanischen Rebellen freigelassen. Überglücklich macht sich Sonea auf den Weg nach Sachaka, um ihren Sohn in Empfang zu nehmen und über mögliche Handelsabkommen mit den Rebellen zu verhandeln. Doch so einfach wie gedacht wird es nicht werden, denn der König von Sachaka verlangt von Lorkin, alle Informationen über das Versteck der Verräterinnen preiszugeben. Dabei ist es ihm egal, dass Lorkin nicht in der Position ist, die Entscheidung darüber selber zu treffen. Kurzerhand wird Lorkin inhaftiert, um ihn weichzukochen und die Informationen so aus ihm herauszubekommen. Doch Lorkins Liebe zu Tyvara, einer der Verräterinnen, ist stärker als die Wut des Königs. Doch nicht nur Lorkins Situation spitzt sich zu, den Sachaka steht wieder einmal an der Schwelle zum Krieg. Aber nicht mit Kyralia, sondern gegen sich selbst – die Verräterinnen schreiten zum Angriff. Wie soll Sonea Lorkin heile nach Hause bringen, ohne gegen das Gesetz der Gilde zu verstoßen, sich nicht einzumischen?
                                                                                                                         

Ein paar Worte zum Cover

Wie immer sehr gelungen. Da sieht man mal, was man mit wenig auf dem Cover für ein gutes Cover machen kann. Weniger ist manchmal eben doch mehr. ;-)

                                                                                                                              

Meine Meinung

*Seufz* Wieder einmal endet eine geniale Trilogie. Der Abschluss ist eigentlich gelungen, dennoch sind ein paar Ungereimtheiten, beziehungsweise Kritikpunkte dabei.
Der Krieg/Kampf zwischen den Verräterinnen und den Ashaki war ausführlich genug, ohne unnötig in die Länge gezogen zu wirken und ohne zu abgehackt zu wirken. Allerdings hatten es dich Verräterinnen meines Erachtens nach entschieden zu einfach, wodurch es schnell langweilig wurde. Ich hätte mehr Widerstand und Wendungen im Kampf erwartet, da die Ashaki in Buch 1 und 2 als so stark und mächtig angepriesen wurden und die Verräterinnen zuvor noch sagten, sie könnten noch nicht angreifen, weil sie nicht stark genug seien. Da sind sie aber ganz schön schnell ziemlich stark geworden … Von meiner Warte aus eher unglaubwürdig.
Im Gegensatz zu den anderen Teilen der Trilogie hat der Abschlussband mich emotional nicht im gleichen Maße berührt, dramatische, schreckliche und traurige Ereignisse haben beim Lesen kaum bis gar keine Emotionen ausgelöst. Dafür wurden die Gefühlswelten der Protagonisten wieder mit sehr schönen Worten auf anschauliche Art und Weise dargestellt, was die Charaktere noch einmal greifbarer erscheinen ließ und andere Seiten an ihnen beleuchtet hat. Und es war ja wohl klar, dass Sonea Lorkin nicht einfach so ziehen lässt, sobald sie ihn wiederhat. Wer’s glaubt wird selig.
Besonders schade ist, dass mein Lieblingscharakter Rothen in diesem Band kaum vorkommt. L Apropos Gildenmagier: Die Gilde verändert sich im Verlauf der Trilogie, was sehr interessant zu beobachten war, besonders was den Umgang mit schwarzer Magie betrifft. Apropos schwarze Magie: Lilia erinnert in diesem Band stark an die junge Sonea. Sie setzt sich gegen andere zur Wehr, wächst über sich selbst hinaus, sie würde ihr Leben für ihre Freunde geben und in Rothen findet sie einen Helfer und Mitverschwörer für ihre gefährliche Aufgabe, an der Menschenleben hängen. Na, kommt euch das bekannt vor? Sag ich ja … ;) In ihrem Fall ist es besonders schade, dass die Trilogie nun abgeschlossen ist, denn sie hat wahres Lieblingscharakterpotential entwickelt.
Die Handlung hingegen entwickelt sich wechselseitig stückweise sehr schnell um dann wieder langsam vor sich hin zu kriechen. An einigen Stellen wären weitere Ausführungen besser gewesen, weil einiges abgehackt und gestutzt wirkt, beziehungsweise als wäre es so dahin geschrieben worden, damit es passt, Zum Beispiel „Die alte Königin der Verräterinnen ist tot. Ich bin die neue Königin. Wir ziehen in den Krieg. Los, Abmarsch.“ Ende. Diese Aussage überzeugt wenig. An dieser Stelle wäre es besser gewesen, mehr darüber zu erfahren, wie sie die neue Königin geworden ist, wie und wann die endgültige Entscheidung zum Krieg getroffen wurde und wie zum Geier die Verräterinnen sich so schnell darauf vorbereiten konnten, dass sie siegessicher sind, wenn die doch eigentlich angeblich noch nicht so weit waren.
Abschließend noch ein paar Worte zu Sonea und Regin. Achtung, Spoileralarm! Wer das nicht lesen will, möge bitte zum nächsten Absatz weiterziehen, denn ich kann mich nicht darüber echauffieren, ohne zu spoilern, tut mir schrecklich leid! Also, es geht los: Die Beziehung zwischen Sonea und Regin halte ich doch nach allem, was zwischen den beiden vorgefallen ist, gelinde gesagt für sehr abwegig! Eigentlichd achte ich WTF? Will die Canavan mich verarschen? Muss sie jetzt unbedingt für alle ein Friede-Freude-Eierkuchen-Happy-End schreiben? Das hat mir den Abschlussband doch ein wenig versaut. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass sie sich gegenseitig respektieren und dass mittlerweile eine gewisse Annäherung stattgefunden hat, die vielleicht in Richtung einer lockeren Freundschaft gehen könnte, basierend darauf, dass Sonea Regin durch die Zusammenarbeit mit ihm verzeiht, aber Liebe? Nein! Klar, der Typ demütigt sie in ihren Novizenjahren, versucht ihr körperlichen Schaden zuzufügen, sie aus der Gilde zu schmeißen, aber 20 Jahre später werden sie ein Paar. Ich. Möchte. Brechen.!!!
Spoiler Ende.
Ach ja, wer denn der Traitor Spy ist, etwas, dass ich mich schon seit ich weiß, wie die Reihe auf Englisch heißt, frage, erfahren wir dann auch mal, obwohl erst in diesem Buch Bezug darauf und somit auf den Titel der Reihe genommen wird. Ein bisschen spät, oder?  Den Titel finde ich auch unpassend, da es mehr um den Krieg als um die Königin geht, auch wenn die Königin als Anführerin einen großen Anteil daran hat. Der Titel passt allerdings nicht besonders gut zur Handlung.
                                                                                                                         

Fazit

Auch THE TRAITOR QUEEN / DIE KÖNIGIN zieht den Leser in die Geschichte hinein und lässt ihn so schnell nicht wieder los. Man will aber auch gar nicht so schnell wieder aus Sachaka in die wirkliche Welt zurückkehren. Spannend und fesselnd wie wir es von der Autorin gewohnt sind. Schade, dass die Saga von Sonea damit vorbei ist. Ich hätte nichts dagegen, wenn Trudi Canavan noch etwas schreiben würde, das vielleicht 5 Jahre später spielt oder wenn sie die Zeit zwischen der GILDE DER SCHWARZEN MAGIER und der TRAITOR SPY TRILOGIE füllen möchte … ;-)
THE TRAITOR QUEEN / DIE KÖNIGIN erhält 4 von 5 Herzen.

Rezension: Finale (Dein für immer) - Becca Fitzpatrick

Infos


4. und letzter Band einer Reihe
Oktober 2012 bei Simon & Schuster Children’s erschienen
Deutscher Titel: Dein für immer, März 2014 bei Page & Turner erschienen
                                                                                                                          

Inhalt

Nora wurde per Schwur, dessen Bruch das Leben ihrer Mutter und ihres eigenen kosten würde, dazu gezwungen, die Nephilimarmee ihres biologischen Vaters Hank in den Krieg gegen die gefallenen Engel zu führen, damit diese nie wieder Besitz von ihnen ergreifen können. Noras Position als Anführerin steht wegen ihrer Beziehung zum gefallenen Engel Patch auf sehr wackligen Beinen. Nora ist keineswegs bereit, ihre Beziehung zu Patch aufzugeben und will einen Kampf der beiden Gruppierungen verhindern. Noras Beschwichtigungspolitik funktioniert jedoch nicht, denn die Nephilim wollen kämpfen, ums ich von den gefallenen Engeln zu befreien. Nora entdeckt ihre Loyalität zu ihrer neuen Rasse erst dann, als sie selbst angegriffen wird und einen Schwur leisten soll, der es einem gefallenen Engel ermöglicht, sie zu besetzen. Doch Nora steht vor einem großen Problem: Ihre Feinde sind überall. Selbst in ihren eigenen Reihen…
                                                                                                                         

Meine Meinung

Klingt doch richtig spannend, oder? Faaaalsch. Das einzige, was bei diesem Buch gut gewählt ist, ist der Titel FINALE. Das war’s dann aber auch schon.
Es nervt einfach und erscheint unglaubwürdig, dass Nora die wirklich wichtigen Dinge, wie das Überleben, aufgrund ihrer übermäßigen Eifersucht vergisst. Ihre Eifersucht lässt sie an Patch zweifeln, dem sie doch eigentlich vertrauen sollte, der eigentlich der Einzige ist, dem sie noch vertrauen KANN. Aber anderen, sie nur kurz, beziehungsweise gar nicht kennt, vertraut sie blind? Kopf meets Tischplatte. Hallo, liebe Unlogik, da bist du ja wieder. Wie? Du bleibst das ganze Buch über? Na dann solltest du dir nen Stuhl heranziehen und es dir bequem machen.
Die Autorin widerspricht sich zum glorreichen Abschluss der Reihe ordentlich selbst, so wie ich das im Gedächtnis habe. Vollwertige Nephilim werden doch eigentlich als solche geboren, Nora wird jedoch per Blutransfusion zum Nephilim. 1:0 für den Widerspruch -.-.
Absolut unlogisch ist auch, dass Nora die Armee der Nephilim anführen soll, warum übernimmt nicht Hanks zweite Hand oder ein anderer Stellvertreter, jemand, der für den Krieg gegen die gefallenen Engel ist, Ahnung von den Vorgängen in und um die Nephilimarmee hat und sich der Sache verschrieben hat, das Kommando? Das wäre viel einfacher und logischer, als Nora zu nehmen, die keine Lust, keine Loyalität, keinerlei Ahnung hat und so gut wie nichts kann!
Das Suchtproblem und Noras Verhalten im Bezug auf die devilscraft werden allerdings sehr gut illustriert, zumindest in dem Punkt scheint die Autorin sich zumindest etwas mit der Thematik beschäftigt zu haben, aber Noras schnelle Erholung erscheint mir doch nicht ganz authentisch zu sein, dafür, dass die devilscraft so einen starken Einfluss auf sie hatte.
Als es dann, nach der altbekannten Wendung, zu den Kampfhandlungen kommt, fallen diese jedoch verhältnismäßig kurz aus.
Dadurch, dass eine Wendung die nächste zu jagen scheint, bleibt FINALE einigermaßen spannend, aber auch diese Spannung kann nicht darüber hinwegtrösten, dass die Geschehnisse im Buch die vorher aufgestellten Regeln der von der Autorin erdachten Welt widerlegt. Und noch dazu ist plötzlich JEDER ein übernatürliches Wesen. Der Polizist, der in den letzten zwei Bänden der Reihe nur noch auftaucht, um Nora, die es anscheinend nicht lernt, die Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten, Strafzettel zu erteilen. Noras beste Freundin Vee, die so sauer war, dass Nora ihr nichts von den Geschehnissen erzählt, obwohl sie ihr im Gegenzug auch ihr Nephilimdasein verschwiegen hat. Herzlichen Glückwunsch! Heuchelei und Doppelmoral 1, Aufrichtigkeit und Zusammenhalt 0.
Ein Wort noch zu den Kampfhandlungen: Nora und Patch befinden sich im Krieg, sie sind mitten in den Kampfhandlungen drin, sind also konstant in Gefahr. Aber dennoch finden sie die Zeit, ausgiebig rumzuknutschen. Tja, so viel Zeit muss schon sein, am Rande des Abgrunds, wenn man mit dem Rücken zur Wand steht …
Und Scott. Oh Scott, der liebe Scott. So ein netter Kerl. So ein toller Charakter. So loyal und seine Freundschaft ist aufrichtig, er tut alles für seine Freunde und riskiert sein Leben für sie. Und Becca Fitzpatrick honoriert sein Schicksal nicht mal mit ein paar netten Worten und den angemessenen Tränen der Charaktere. Am Ende wird noch mal Bezug auf sein Schicksal genommen, aber es klingt mehr nach „Ach ja, da war ja noch was, das muss ich jetzt noch mal erwähnen.“
                                                                                                                         

Fazit

Auch wenn der Abschlussband durch die zahlreichen Wendungen spannend gehalten wird, ist er verdammt unlogisch und widersprüchlich. Was als tolle und vielversprechende Reihe anfing endet katastrophal. FINALE von Becca Fitzpatrick bekommt deshalb nur 2 von 5 Herzen.


Rezension: Percy Jackson & the Olympians - The Lightning Thief (Percy Jackson - Diebe im Olymp) - Rick Riordan

Infos


Band 1 einer 5-bändigen und bereits vollständig erschienenen Reihe, zu der es auch ein Sequel gibt.
Autor: Rick Riordan
Im März 2006 bei Disney-Hyperion erschienen
Deutscher Titel: Percy Jackson – Diebe im Olymp, Februar 2010 im Carlsen Verlag erschienen
                                                                                                                         

Inhalt

Percy Jackson hat echte Probleme. Jedes Jahr besucht er eine andere Schule, weil er jedes Jahr erneut von der Schule fliegt, denn Percy Jackson zieht seltsame Unfälle und Ereignisse geradezu magisch an. Als er dann auch noch von einer merkwürdigen Kreatur, einer Furie, angegriffen wird und beschuldigt wird, Zeus Herrscherblitz gestohlen zu haben, muss er sich mit Hilfe seines Freundes Grover ins Camp Half-Blood flüchten – immer vorausgesetzt, der Minotaurus erwischt ihn nicht zuerst. Im Camp erfährt er die Wahrheit über seinen Vater, den er nie kennen gelernt hat: Sein Vater ist der Meeresgott Poseidon, Bruder von Zeus und Hades und Percy somit ein Halbgott. Um einen Krieg zwischen den Göttern und somit die Vernichtung der Erde zu verhindern, muss sich Percy auf eine Queste begeben: Den Herrscherblitz ausfindig machen und zurück zum Olymp bringen. Zum Glück stehen ihm sein Freund Grover und seine neugewonnene Freundin Annabeth bei dieser gefährlichen Aufgabe zur Seite.

                                                                                                                         

Ein paar Worte zum Cover

Well done! Es sieht zwar wirklich wie ein Kinderbuch aus (englisches Cover), aber die bedrohliche Stimmung des Buches ist meiner Meinung nach gut eingefangen. Das ist auf dem deutschen Cover sogar nicht deutlicher durch Zeus strengen und bösen Blick gelungen. Das Cover lädt auch Menschen, die älter als 14 sind dazu ein, sofort zu diesem Buch zu greifen.
                                                                                                                         

Meine Meinung

Ich behaupte jetzt einfach mal folgendes: Wer Harry Potter mag, dem wird sicherlich auch Percy Jackson gefallen. Nein, ich will jetzt nicht so tun, als könnte man ein Buch über Götter mit einem über Magier vergleichen, aber beide entdecken besondere Fähigkeiten an sich, die sie in allerhand gefährliche Situationen bringen und müssen Abenteuer bestehen. Was ich auch eher meinte ist, dass mich die Welt von Percy Jackson ebenso in den Bann geschlagen hat wie Harrys Welt. Und das, obwohl der erste Band der Percy Jackson Reihe mehr auf die Altersstufe um die 11 Jahre ausgerichtet ist und ich nicht mehr in diese Altersgruppe falle. *räusper*
Ich mochte den Humor sehr. Die Kapitelüberschriften allein schon, wie beispielsweise „Wir bringen ein Zebra nach Las Vegas“ entlocken ein Grinsen.
Zunächst sollte sich niemand davon abschrecken lassen, dass die Charaktere 12 Jahre alt sind. Ich musste mich beim Lesen nämlich öfter daran erinnern, dass er noch so jung ist, was einerseits daran gelegen haben könnte, dass ich zuerst den Film gesehen habe *shame on me*, andererseits wirkt Percy aber auch nicht immer wie ein kleiner 12-jähriger Junge. Hallo? Er ist willens zu TÖTEN, das finde ich selbst in einer Bedrohungslage untypisch für einen so jungen Menschen.
Obwohl die anderen Charaktere gut ausgearbeitet sind und potential für mehr da ist, wirken seine Freunde neben Percy doch fast schon wie unwichtige Charaktere, die nur als Nebencharaktere dabei sind, damit er nicht so allein ist, nicht alles allein machen muss und daher nicht als der perfekte kleine Superprotagonist wirkt. Dennoch sind sie zweifellos sehr sympathisch und unterhaltsam, vor allem Grover! Und Chiron ist doch auch sehr cool, oder?
Die Vermischung aus Mythologie und dem heutigen Amerika passte irgendwie. Auch wenn es anmaßend erscheinen mag, Amerika als den Hauptpunkt der westlichen Zivilisation anzusehen, aber hier ist nicht der richtige Ort, um über das übersteigerte Selbstbild der Amerikaner zu sprechen. Und mal ehrlich? Der Autor ist Amerikaner, da wird er wohl kaum Europa als Handlungsort der Geschichte wählen, oder? Das hätte allein schon der Ortskenntnis wegen in die Hose gehen können. Und so war es doch auch viel unterhaltsamer, oder? Die Einbindung der Mythologie war wirklich interessant. Vieles kannte ich schon, aber man lernt ja nie aus. ;-) Natürlich sind solche fiktiven Bücher immer mit Vorsicht zu genießen, wer weiß, was der Autor da zu seinen Zwecken an der eigentlichen Mythologie „rumgefuscht“ hat. Im Zweifelsfalle also noch mal nachschlagen. ;-)
So, was gibt es noch zu sagen? Das Quest zog sich an manchen Stellen doch etwas kaugummiartig. Das wurde aber dadurch wieder wettgemacht, dass es durchaus lustig und schön spannend blieb und – haltet euch fest – Kämpfe gab es auch! Vielleicht ist es dem/der einen oder anderen schon mal aufgefallen, ich stehe auf Action und Kampfhandlungen. Und das gehört bei einer gefährlichen Mission wohl auch dazu, richtig? Natürlich sind die Kämpfe nicht so blutig illustriert wie in anderen Büchern, aber das sollte es bei der jungen Altersgruppe auch nicht sein. Die Leser wachsen ja mit den Büchern mit und da lässt sich „der Grad an Brutalität“ steigern. Und Rick Riordan hat gezeigt, dass Kämpfe auch spannend und fesselnd sind, wenn nicht in  jedem dritten Satz steht, aus welcher Wunde jetzt wie viel Blut fließt.
Noch etwas zum Film: erst das Buch, dann den Film. Vertraut mir. 1. Sind Buch und Film SEHR verschieden. Quasi zwei verschiedene Paar Schuhe. Und ich hatte beim Lesen automatisch die Schauspieler vor Augen und das finde ich persönlich immer lästig. Macht euch eure eigenen Bilder im Kopf. :-) Go for imagination!
                                                                                                                         

Fazit

Ein gelungener Auftakt einer Reihe, die sowohl für Jung, als auch für Alt geeignet ist. Wie Harry Potter (Oh, schon wieder eine Parallele.) Lustig, spannend, wer sich nicht stört, dass das erste Buch noch definitiv eher an jüngere Altersgruppen adressiert ist und griechische Mythologie toll findet, sollte zu diesem Buch greifen.
PERCY JACKSON – THE LIGHTNING THIEF bekommt von mir 4 von 5 Herzen.

Rezension: Silence (Rette mich) - Becca Fitzpatrick

Infos


3. Band einer 4 bändigen Reihe
Oktober 2011 bei Simon & Schuster UK erschienen
Autorin: Becca Fitzpatrick
Deutscher Titel: Rette mich, März 2013 bei Page & Turner erschienen (broschierte Ausgabe), TB März 2014 im Goldmann Verlag
                                                                                                                         

Inhalt

Nora erwacht auf dem Friedhof am Grab ihres Vaters, doch sie weiß nicht, wie sie dorthin gekommen ist. Noch schlimmer ist, dass sie für drei Monate entführt wurde und sich nicht an die letzten fünf Monate ihres Lebens erinnern kann. Alle Erinnerungen sind wie ausgelöscht. An die Schule. An ihre Unternehmungen mit Vee. An Scott. Und an ihre große Liebe Patch.
Ihre Mutter und Vee scheinen eindeutig mehr zu wissen, als sie Nora erzählen wollen. Beide verheimlichen etwas vor ihr. Zudem hat Noras Mutter einen neuen Freund: Hank Millar, der Vater von Marcie, die keine Gelegenheit auslässt, Nora das Leben schwer zu machen. Bei einem gemeinsamen Abendessen ergreift Nora die Flucht und läuft prompt in eine gefährliche Situation hinein. Sie wird von einem mysteriösen Fremden gerettet, der ihr gleich vertraut vorkommt. Doch er benimmt sich ihr gegenüber abweisend und kalt und Vee und Blithe verneinen einen solchen Freund.
Während Nora versucht, ihre Erinnerungen wieder zusammenzusetzen, spielt Patch ein riskantes Spiel und zahlt einen hohen Preis, um Noras Leben zu schützen. Er wird zum Doppelagenten zweier verfeindeter Parteien, deren natürlicher Feind eigentlich er selbst ist.
                                                                                                                        

Meine Meinung

Es geht steil … bergab! Ab diesem Band geht es steil bergab und Band 3 ist meiner Meinung nach noch besser als Band 4. Aber immer der Reihe nach.
Nora hat also einen Gedächtnisverlust. Das war ja noch relativ cool, wie sie versucht hat, ihre Erinnerungen zurück zu erlangen, aber wie lahm ist es bitte, dass Patch jetzt den Namen Jev verwendet, damit Noras Oberstübchen auch ja nicht reaktiviert wird. Kopf meets Tischplatte. Dieser Gedächtnisverlust lies ohnehin nur einen Schluss zu: Nora würde sich wieder in Patch verlieben, nicht wissend, dass er Patch ist. 1:0 für die absolute Vorhersehbarkeit. Da ich bei der Reihe die Liebesgeschichte zwischen den beiden als vordergründig betrachte *würg*, war das ja schon irgendwie verschmerzbar, besonders wenn man an Seelenverwandtschaft glaubt. Da ist die Vorstellung, sich definitiv wieder ineinander zu verlieben, weil es schicksalhafte Vorherbestimmung ist, dass man zusammen ist, schon schön. Das muss dann jeder selbst entscheiden, ob an dieser Stelle ein Eimer benötigt wird.
Dass die Liebesgeschichte sich endgültig in den Vordergrund gedrängt hat, merkt man auch an der Eifersucht der lieben Nora. Vergeblich sucht man den Ausschaltknopf bei der jungen Dame, denn kaum tauch Dabria wieder auf der Bildfläche auf, vergisst Nora, wie blind sie Patch zuvor noch vertraut hat, sobald Dabria, die Patch natürlich zurück haben will, weil er ja so toll ist *Sarkasmus*, ein paar Zweifel in Noras Öhrchen flüstert. Passt ja so gut dazu, dass ihr derlei Aussagen im Vorfeld immer egal waren. Passt eben nicht!
Die meiste Zeit habe ich mich aber beim Lesen nur aufgeregt. Über die Charaktere. Über die tolle Mutter und ach so gute beste Freundin, die Nora einfach mal die Hucke volllügen, weil sie Patch noch nie leiden konnten, sich aber gar nicht erst die Mühe machten, daran irgendetwas zu ändern. Wie soll sich ein Mensch denn bitte von einem Gedächtnisverlust erholen, wenn man ihn mit Falschinformationen füttert?
Auch SILENCE hielt eine der für die Reihe nun schon typischen unerwarteten Wendungen bereit, die ich diesmal wirklich nicht erwartet habe. Das hat SILENCE bei der Bewertung noch mal gerettet. Passend zum deutschen Titel RETTE MICH, sozusagen.
                                                                                                                        

Fazit

SILENCE konnte sich noch gerade so auf die 2 Herzen retten, was vor allem der für mich sehr unerwarteten Wendung zu verdanken ist und dem Umstand, dass ich vorher noch nicht vielen Gedächtnisverlusten über den Weg gelaufen bin und Noras Detektivarbeit in dem Zuge doch ziemlich spannend war. Die mit dem Gedächtnisverlust einhergehenden aufgetischten Lügen bieten Stoff für Konflikte, doch die Konfrontationen zwischen den einzelnen Charakteren blieben aus, sodass dieses Potential bedauerlicherweise ungenutzt blieb.
Weiterhin wird es in SILENCE komplizierter und verworrener, sodass man kaum noch in der Lage ist, die einzelnen Charaktere ihren jeweiligen Seiten und Gruppierungen zuzuordnen und auseinanderzuhalten, wer jetzt eigentlich der wirklich böse Bösewicht ist.
Im Großen und Ganzen wirkte mir SILENCE zu konstruiert. Nora gerät natürlich gaaaaaaanz zufällig in eine Situationen, die nicht nur gefährlich sind, sondern ihrem geschädigten Gedächtnis auf die Sprünge helfen und das schon recht früh.
Das Ende zumindest verspricht Spannung, Action, Drama, Kämpfe, eventuell den Tod eines oder mehrerer Charaktere erahnen und ich war (Band 4 ist bereits gelesen), gespannt, ob FINALE (wenigstens der Name passt schon mal), diesen Erwartungen gerecht werden würde.