Montag, 8. Mai 2017

Rezension: House of Night - Redeemed (Erlöst) von P.C. und Kristin Cast


Der 12. und letzte Band der Vampir-Saga um Jungvampirin Zoey Redbird von P.C. und Kristin Cast, erschienen bei FBJ (deutsch) und bereits komplett sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch erschienen. 


Gezeichnet / Marked
Betrogen / Betrayed
Erwählt / Chosen
Ungezähmt / Untamed
Gejagt / Hunted
Versucht / Tempted
Verbrannt / Burned
Geweckt / Awakened
Bestimmt / Destined
Verloren / Hidden
Entfesselt / Revealed


Showdown in Tulsa: Neferet, die Göttin der Dunkelheit, hat allen ihr wahres Gesicht gezeigt. Sie ist jetzt die uneingeschränkte Herrscherin in Tulsa und im House of Night. Niemand – weder Mensch noch Vampyr - kann ihr mehr gefährlich werden. Nur mit Hilfe der alten Magie könnte man sie noch stoppen. Zoey Redbird ist die Einzige, die damit umgehen kann. Wer wird diesen allerletzten großen Kampf gewinnen?





ERLÖST - und wir sind es auch endlich! Das habe ich nach dem Ende des Buches gedacht. Ich kann kaum glauben, dass ich wirklich bis zum Ende durchgehalten und die Reihe nicht vorher abgebrochen habe. Sie und dieser Band hätten es verdient. Aber nun erst mal gekonnt zu den Dingen, die ich, um es sachlich zu formulieren, nicht gelungen fand.
Zuerst einmal: Die Inhaltsangabe, die du oben sehen kannst. Die lässt das Buch wesentlich spannender wirken, als es das in Wahrheit ist. Und dass Zoey Redbirds als einzige mit der alten Magie umgehen kann, ist auch nicht so klar wie es darin rüberkommt, denn mit der alten Magie und der guten Zoey gibt es ziemliche Probleme und erst einmal muss herausgefunden werden, ob und wie sie die alte Magie überhaupt nutzen kann. In der Inhaltsangabe klingt es so, als wäre es von Anfang an glasklar und gar nicht problematisch und überhaupt inhaltlich von der Abfolge her sehr gradlinig und linear. Das erweckt beim Leser leider einen völlig falschen Eindruck.
Das Cover sieht ok aus. Wir sehen Zoey und wie ich glaube Nyx. Nichts Spektakuläres, aber durchaus passend zum Buch.
Ich fand Neferets Point of View ganz interessant, war mal eine Abwechslung zu Zoeys Gejammer und Selbstbeweihräucherungen. Es bringt den Leser aber nicht voran, im Gegenteil. Ein paar Mal fand ich es wirklich gut und interessant, mich interessiert die Sicht der Gegenspieler eigentlich immer ziemlich, aber bei der war weder Sinn noch Verstand da. Einfach eine Psychobraut. Vor allem, als Joey wegen etwas ins Gefängnis geworfen wird, sollte sich der Evil Gegenspieler doch eigentlich ins Fäustchen lachen und freuen, oder? Aber Neferet nicht. Neferet ist da anders. Sie ist eigentlich gar kein evil Mastermind, sondern nur eine psychopatische, von Neid und Eifersucht zerfressene Persönlichkeit, denn anstatt sich zu freuen, dass ihre stärkste Gegenspielerin aus dem Verkehr gezogen wurde, kriegt sie einen Tobsuchtsanfall wie ein kleines Kind, weil sich Zoey mit "ihren Lorbeeren schmückt" und muss das erst einmal klarstellen und der Welt sagen, wer hier eigentlich mit den Steinen wirft. Seriously? Ich glaube, spar mein Brot hat heute eine klügere Entscheidung getroffen als Neferet. Sie ist zwar unberechenbar, aber nicht im gefährlichen, sondern im bescheuerten Sinn.
Ich finde ERLÖST hat sich in Punkte Handlungsentwicklung und Tempo sehr gezogen, der finale Kampf war irgendwie ... nicht lächerlich, aber für das, was da aufgebaut wird, einfach unspektakulär und so gar nicht zufriedenstellend. Ich saß da und dachte nur "Was, DAS soll es jetzt gewesen sein? DAS war es? WTF?!" Meiner Meinung nach hätte man die Reihe deutlich kürzen können und sollen, dann wäre sie vielleicht besser gewesen. Band 7 ist so ziemlich mein Lieblingsband der Reihe, wegen Stevie Rae, deren Naivität auch in diesem Band wieder einmal erfrischend war, aber ganz oft waren ihre Stellen, besonders im Sparing mit Aphrodite, nach ein und demselben zwanghaften Schema abgearbeitet, so als wollte man dem Leser etwas geben, um die Stellen aufzulockern, aber das war so krampfhaft und gestelzt, dass ich nicht nicht darüber amüsieren konnte, sondern nur noch die Augen verdreht habe, wenn ich einen der Namen der besagten Protagonistinnen gelesen habe. Das Schema sieht übrigens so aus:
1. Etwas wird erklärt oder geschieht.
2. Stevie Rae versteht nur Bahnhof.
3. fieser, bitchig-beleidigender Kommentar von Aphrodite
4. Streit Stevie Rae - Aphrodite
5. irgendwer - meist Joey - geht dazwischen "Mensch, Leute ..."
6. "vertragen" mit abschließendem fies gemeinten Kommentar von Aphrodite, die das letzte Wort haben muss
*schnarch und Augenrollen*
Eigentlich verläuft so eine Fantasiewelt ja nach Regeln, die im Laufe der Reihe, beziehungsweise zu Beginn dieser als feste Fixpunkte gesetzt werden, oder? ODER? Nicht so im HOUSE OF NIGHT, liebe Freunde. Hier beschleicht den Leser ganz oft der Gedanke, dass es jetzt eigentlich anders laufen müsste und das doch eigentlich gar nicht gehen dürfte, aber besonders in diesem Band biegen und brechen sich die Autorinnen ihre Welt noch einmal so zurecht, wie sie ihnen gefällt und wie sie's gerade brauchen. Und jetzt habe ich mir selbst einen Pippi Langstrumpf Ohrwurm verpasst. Ich finde, das geht nicht! Also, nicht der Ohrwurm, sondern das nachträgliche Verändern der festgelegten Regeln und Gesetzmäßigkeiten, weil man den Charakteren anders keinen Weg aus ihrer Misere mehr schreiben kann. Das entspricht nicht der gesetzten Logik und ich mag es einfach nicht, wenn Bücher gegen ihre eigene Logik und ihre Gesetzmäßigkeiten verstoßen. Charakterentwicklung war nur einmal da, als Zoey im Gefängnis sitzt und sich selbst bemitleidet. Da stellt sie fest, dass sie gar kein so guter Mensch/Vampir war und sehr egoistisch. Da sie sich da allerdings auch nur wieder selber leid tut, schwächt das den Moment ihrer charakterlichen Entwicklung allerdings auch rapide. Bei den anderen Charakteren gab es auch nicht wirklich Entwicklung, ok, bei Aphrodite ist ein Damm gerissen, warum sie Probleme hat, Liebe zuzulassen und andere nach an sich heranzulassen, aber ob das jetzt so ein Big Deal ist? Es kam auf jeden Fall nicht als ein solcher rüber. Und ansonsten ... Der übrig gebliebene "nicht-mehr-Zwilling" hat sich zum nervigen Klugscheißer entwickelt, der mir beim Lesen eigentlich nur auf den Zeiger ging, weil sie ganz oft nicht einfach Informationen hilfreich beigesteuert hat, sondern ziemlich herablassend einfach nur die große Klappe aufgerissen und geklugscheißert hat. 
In dieser Vampir-Sage werden die Elemente ja durch das Rufen selbiger in einen Kreis beschworen. Was am Anfang der Reihe noch cool wirkte, wurde mit jedem band lahmer und hat in diesem Finale seinen schrecklichen Höhepunkt erreicht. Ich kam mir schon lächerlich vor, als ich versucht habe, die entsprechenden Stellen laut zu lesen! Das hatte was von einer alle Probleme wegmeditierenden Selbsthilfegruppe. Und bei dem großen Showdown habe ich ehrlich gesagt auch einfach mehr erwartet als DAS. Der finale Kampf war auch viel zu schnell vorbei, absolut langweilig, da gab es in vorherigen Bänden der Reihe bessere Kämpfe und Buchfinale und ich als Leserin bin da echt unbefriedigt zurückgelassen worden. Ich bin im Finale der HOUSE OF NIGHT REIHE nicht auf meine Kosten gekommen.
Der Schreibstil konnte auch nichts rausreißen, denn er war einfallslos und weder besonders anschaulich noch irgendwie herausragend.


Ich habe jetzt in meinem Bücherregal aussortiert und ÜBERRASCHUNG, die HOUSE OF NIGHT REIHE ist jetzt rausgeflogen. Ich werde sie nicht mehr lesen, nach dieser Rezension sage ich Bye-bye, weil ich zwar an einzelnen Bänden meine Freude hatte, mir die Reihe insgesamt aber nichts gibt, da nutze ich den Platz doch lieber für andere Bücher, die mir mehr am Herzen liegen, beziehungsweise gebe ihnen dazu die Chance. 
Ich bin ERLÖST. ;-) Und dir kann ich nur raten: Lass die Finger von diesem Buch, am besten noch von der kompletten Reihe, wenn du wie ich den Drang hast, die Reihen auf Biegen und Brechen beenden zu müssen. Wie heißt es so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Nach dem Lesen dieses Bandes waren sämtliche Wiederbelebungsversuche an ihr erfolglos. 
Dieser Band hat absolut nichts lesenswertes, er zieht sich hin, ist langweilig, Neferets Sicht ist verstörend, weil sie einfach nur einen an der Waffel hat, die Charaktere streiten sich andauernd, gehen nicht gut miteinander um und ich bin immer noch der Meinung, die Reihe hätte um mehrere Bände gekürzt und mit Veränderungen vielleicht eine Chance gehabt, besser zu werden.
In der Gesamtbewertung bekommt HOUSE OF NIGHT - REDEMEED (ERLÖST) nur 6 von 60 möglichen Punkten und somit auch nur ein Babyfläschen. 🍼

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